Die Elritze: Ein unsichtbarer Schatz unserer Gewässer

Die Elritze (Phoxinus phoxinus) steht als Fisch des Jahres 2026 im Fokus des Schweizerischen Fischerei-Verbands (SFV). Obwohl sie oft als unscheinbar wahrgenommen wird, ist sie ein entscheidender Indikator für den ökologischen Zustand unserer Schweizer Gewässer.

Steckbrief und Besonderheiten

  • Status: Fisch des Jahres 2026 in der Schweiz.
  • Vielfalt: Neue genetische Untersuchungen zeigen, dass es in der Schweiz nicht nur eine, sondern mindestens vier verschiedene Elritzenarten gibt (u. a. Italienische, Französische, Donau- und See-Elritze). Die Art, die lange als die klassische Schweizer Elritze galt, kommt hierzulande gar nicht vor.
  • Ökologische Bedeutung: Elritzen fungieren als verlässliche Gradmesser für die Wasserqualität. Sie bevorzugen saubere, strukturreiche Gewässer.
  • Sozialverhalten: Sie sind Schwarmfische und besitzen ein spezielles biochemisches Warnsystem: Bei Verletzungen senden Hautzellen einen Schreckstoff aus, der den restlichen Schwarm alarmiert.
  • Ernährung: Als kleiner Fisch ernähren sie sich primär von Plankton und Kleinstlebewesen, womit sie eine zentrale Rolle im Nahrungsnetz einnehmen.

Gefährdung und Schutz

  • Lebensraumverlust: Durch Gewässerverbauungen (Eindolungen, Kanalisation) und die Trockenlegung von Mooren ist die Elritze in den letzten 150 Jahren aus weiten Teilen des Flachlands verschwunden.
  • Bedrohungen: Neben Verschmutzung und dem Verlust natürlicher Strukturen sind auch Raubfische wie Bachforellen oder Aale natürliche Fressfeinde.
  • Wissenslücke: Da die Elritze kulinarisch als uninteressant gilt, ist das öffentliche Wissen über diese Art oft gering, was den Schutzbemühungen entgegensteht.

Bedeutung in der Schweiz

Der Schweizerische Fischerei-Verband möchte mit der Auszeichnung das Bewusstsein für die oft übersehenen Kleinfischarten schärfen. Während die Elritze aus vielen Tieflandgewässern verschwunden ist, kommt sie in manchen Schweizer Bergseen noch massenhaft vor. Die Entdeckung einer speziellen See-Elritze in Voralpenseen (Einzugsgebiet Aare) unterstreicht die hohe, bislang unterschätzte Biodiversität unter der Wasseroberfläche.


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Elritze
Langgestreckter, im Querschnitt fast drehrunder Körper mit kegelförmigem Kopf, vergleichsweise grosse Augen. Seitenlinie nur bis zur Körpermitte reichend, dahinter frei auf der Haut stehende "Sinneshügel". Sehr zarte und feine Schuppen; Grundfärbung je nach Umgebung sehr variabel; Rücken meist braungrün; Flanken heller, golden oder silbern glänzend; Bauchseite weisslich; Männchen während der Laichzeit intensiver gefärbt und mit rötlichen Flossenansätzen und Bauch, Laichausschlag. Dunkle Querbinden vom Rücken bis unterhalb der Seitenmitte und ein goldglänzender Längsstreifen. Mittellänge 7 - 10 cm, maximal bis 14 cm lang.
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Quelle: vol.be.ch