Else Lasker-Schüler: Dichterin zwischen Exil und Schweizer Lebensspuren

Else Lasker-Schüler (1869–1945) war eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen der Moderne. Ihr Leben war geprägt von künstlerischer Innovation, biblischer Bildsprache und der traumatischen Erfahrung von Verfolgung und Vertreibung. Ein zentraler Aspekt ihrer Biografie ist ihr enges, wenn auch schwieriges Verhältnis zur Schweiz, die ihr nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 als Zufluchtsort diente.

Wichtige Lebensstationen und Bezüge zur Schweiz

  • Flucht ins Exil (1933): Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh die jüdische Schriftstellerin mittellos aus Deutschland in die Schweiz. Zürich wurde zu einem wichtigen Ort ihrer Existenzsicherung.
  • Literarisches Wirken in Zürich: Die Stadt Zürich wurde für sie zu einem Lebensmittelpunkt. Sie hinterließ dort zahlreiche Spuren – vom Augustinerhof über das Café Terrasse bis hin zum Cinema Nord-Süd.
  • Theater und Aufführungen: Ihr Stück „Arthur Aronymus und seine Väter“ wurde 1936 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. Zudem trat sie 1933 am Zürichberg sowie in der Alten Kirche in Fluntern auf.
  • Persönliche Schicksalsschläge: Ihr künstlerisches Schaffen wurde maßgeblich durch die tiefe Trauer über den Tod ihres Sohnes Paul im Jahr 1927 bestimmt, was auch in Veranstaltungen (etwa in Davos) thematisiert wird.
  • Biblische Poesie und Migration: Aktuelle literaturwissenschaftliche Arbeiten, wie die von Tania Oldenhage, beleuchten ihren innovativen Umgang mit biblischen Motiven (z. B. Jesu Flucht nach Ägypten) und verknüpfen diese mit einer „biblischen Migrationstheologie“.
  • Gegenwärtige Rezeption: Auch Jahrzehnte nach ihrem Tod bleibt ihr Werk lebendig. Die Schweiz pflegt ihr Erbe durch literarische Spaziergänge, Themenabende (z. B. in Davos) und wissenschaftliche Publikationen sowie Faksimile-Editionen (z. B. durch Judaica.ch).

Kulturelles Erbe und Veranstaltungen

Else Lasker-Schülers Werk ist heute aktueller denn je. Ihr Leben als Vertriebene wird regelmäßig durch Foren, Lesungen und Ausstellungen gewürdigt, die nicht nur ihr literarisches Talent, sondern auch ihre Rolle als Symbolfigur für Exilliteratur und Widerstand gegen Antisemitismus betonen.


Empfohlene Ressourcen

  1. Else Lasker-Schüler und der Flüchtlingssonntag (TVZ Verlag)
  2. Else Lasker-Schüler: Literaturspur (Zürcher Spaziergänge)
  3. Fluchtpunkt Davos: Ein Abend zur vertriebenen Else Lasker-Schüler

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Personen
Else Lasker-Schüler
Elisabeth Lasker-Schüler war eine deutsche Dichterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus. Sie wurde Ende der 1860er-Jahre am 11. Februar 1869 in Elberfeld, Wuppertal geboren und verstarb am 22. Januar 1945 mit 75 Jahren in Jerusalem im Mandatsgebiet Palästina (heute Israel). 2019 jährte sich ihr Geburtstag zum 150. Mal.
Else Lasker-Schüler
Quelle: geboren.am