Emil Nolde: Biografie, künstlerisches Wirken und Schweiz-Bezug

Emil Nolde (1867–1956), geboren als Hans Emil Hansen, war einer der bedeutendsten Vertreter des europäischen Expressionismus. Sein Werk umfasst Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Radierungen, die sich durch intensive Farben („In Glut und Farbe“) und eine tiefgründige Themenwahl auszeichnen.

Biografischer Hintergrund

  • Herkunft: Nolde wuchs auf einem Bauernhof in Schleswig-Holstein auf und nahm später den Namen seines Geburtsortes Nolde an.
  • Politischer Kontext: Während der Zeit des Nationalsozialismus versuchte Nolde sich als systemtreu zu positionieren und verfasste antisemitische Schriften. Dennoch wurde seine Kunst von den Nationalsozialisten abgelehnt. Nach 1945 bemühte er sich, seine antisemitischen Äußerungen aus seinen Publikationen zu tilgen.
  • Spätwerk: Während des Malverbots im Zweiten Weltkrieg schuf er über 1300 kleinformatige „Ungemalte Bilder“.

Verbindungen zur Schweiz

Nolde unterhielt eine besondere Beziehung zur Schweiz, insbesondere zu Beginn seiner Karriere:

  • Lehrtätigkeit: In den 1890er-Jahren lebte er in der Schweiz und arbeitete unter seinem Geburtsnamen Emil Hansen als Lehrer am Gewerbemuseum in St. Gallen.
  • Künstlerische Studien: 1894 verbrachte er Zeit im Lötschental (Wallis), wo er im Gästebuch des Hotels Nesthorn dokumentiert ist.
  • Publikationen: In dieser Zeit entstanden seine „Typen aus Appenzell Inner-Rhoden“, eine Mappe mit 24 Porträtstudien, die seine frühen künstlerischen Interessen an Land und Leuten zeigen.
  • Museale Präsenz: Sein Werk ist auch in Schweizer Institutionen präsent; so widmete ihm beispielsweise das Zentrum Paul Klee in Bern eine bedeutende Werkschau.

Nachlass und Rezeption

Nach seinem Tod wurde sein Wohnhaus in Seebüll in die Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde umgewandelt, die sein Erbe verwaltet. Noldes Blumenmotive, wie der „Große Mohn“, erfreuen sich auch heute in der Kunstvermarktung (z. B. auf Textilien) großer Beliebtheit.


  1. Nolde Stiftung Seebüll (Offizielle Webseite) – Die zentrale Anlaufstelle für das Leben und Werk des Künstlers.
  2. Cosmopolis: Emil Nolde – In Glut und Farbe – Ein fundierter Blick auf die verschiedenen Schaffensphasen des Expressionisten.
  3. Zentrum Paul Klee: Emil Nolde – Informationen zu einer der bedeutenden Schweizer Ausstellungen seines Werks.

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Personen
Emil Nolde
Emil Nolde war ein berühmter deutscher Maler des Expressionismus, der für seine farbintensiven Werke bekannt ist (u. a. "Das Leben Christi" 1911–1912) und kurzzeitiges Mitglied der Künstlervereinigung "Brücke" war. Er wurde am 7. August 1867 in Nolde (heute zu Buhrkall) in Preussen (heute Dänemark) geboren und starb am 13. April 1956 mit 88 Jahren in Seebüll (heute zu Neukirchen, Nordfriesland). Sein Geburtstag jährt sich 2019 zum 152. Mal.
Emil Nolde
Quelle: geboren.am