Der Erlenblattkäfer: Arten, Lebensweise und Verbreitung
In Mitteleuropa, einschließlich der Schweiz, sind zwei Hauptarten als „Erlenblattkäfer“ bekannt: der häufige Blaue Erlenblattkäfer (Agelastica alni) und der Erzfarbene Erlenblattkäfer (Linaeidea aenea / Melasoma aenea).
1. Der Blaue Erlenblattkäfer (Agelastica alni)
Dies ist die bekannteste Art aus der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae).
- Aussehen: Der Käfer ist metallisch blau glänzend, gedrungen gebaut und erreicht eine Körpergröße von etwa 6 bis 7 mm.
- Lebensraum: Er bevorzugt feuchte Standorte wie Teichlandschaften und Auen, in denen Erlen wachsen. In typischen Gärten findet er selten die optimalen Bedingungen.
- Lebenszyklus: Die überwinternden Käfer sind von April bis Juni aktiv. Weibchen legen in diesem Zeitraum bis zu 900 Eier. Im September bereiten sich die jungen Käfer auf die Überwinterung vor.
- Ernährung: Hauptfutterpflanze ist die Erle. Bei Nahrungsmangel weicht er auf Weiden, Pappeln oder Haselnuss aus. Die Blätter werden häufig bis auf die Blattrippen abgefressen (Skelettierfraß).
- Besonderheit: Die Erle kann bei starkem Befall spezifische Hormone ausschütten, die die Verdauung der Käfer hemmen.
2. Der Erzfarbene Erlenblattkäfer (Linaeidea aenea)
Diese Art ist weniger bekannt, tritt aber ebenfalls an Erlen auf.
- Aussehen: Er ist deutlich größer als der Blaue Erlenblattkäfer und kann bis zu 12 mm lang werden. Seine Farbe variiert metallisch von Blau über Grün bis hin zu Rotgolden.
- Schadbild: Auch hier fressen sowohl die Käfer als auch die Larven an den Blättern, was bei Massenvermehrungen zu Kahlfraß führen kann.
Verbreitung und Bedeutung in der Schweiz
In der Schweiz dokumentieren Institutionen (wie etwa in der zentralen Nordwestschweiz) die Diversität der Käferarten. Der Erlenblattkäfer zählt zu den Insekten, die in Feuchtgebieten und entlang von Gewässern vorkommen. Obwohl sie an Bäumen Fraßspuren hinterlassen, verursachen sie in der Regel keine tödlichen Schäden an den Wirtsbäumen. Als Gegenspieler fungieren natürliche Feinde, vor allem räuberische Laufkäfer, die bei einer natürlichen Populationsdichte für ein ökologisches Gleichgewicht sorgen. Gartenbesitzer müssen sich bei einem Befall in der Regel keine Sorgen um den Bestand ihrer Bäume machen.
- Blauer Erlenblattkäfer (Agelastica alni) - Sechsbeine.de
- ArtenInfo: Blauer Erlenblattkäfer (Naturspektrum)
- Verbreitungskarten Insekten - Ökart (Zentrale Nordwestschweiz)
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