Eugene Fama: Architekt der modernen Finanzmarkttheorie

Eugene Francis Fama (* 1939 in Boston) ist einer der einflussreichsten Finanzökonomen der Gegenwart. Als langjähriger Professor an der University of Chicago verkörpert er die dortigen Ideale: empirische Evidenz, Rationalität und ein tiefes Vertrauen in die Effizienz freier Märkte. Im Jahr 2013 wurde er für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Preisbildung von Vermögenswerten mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.

Kernpunkte seines Wirkens

  • Effizienzmarkthypothese (EMH): Famas zentrale Theorie besagt, dass Marktpreise zu jedem Zeitpunkt alle verfügbaren Informationen vollständig widerspiegeln. Daraus folgt, dass es für Anleger kaum möglich ist, den Markt durch aktives Handeln langfristig zu schlagen, da Kurse "Zufallsbewegungen" um ihren fundamentalen Wert ausführen.
  • Fama-French-Dreifaktorenmodell: Gemeinsam mit Kenneth French entwickelte er ein Modell, das die Renditen von Aktien nicht nur über den Marktfaktor, sondern auch durch die Faktoren Größe (Small Cap vs. Big Cap) und Bewertung (Value vs. Growth) erklärt.
  • Skepsis gegenüber Spekulationsblasen: Fama steht dem Begriff "Blase" kritisch gegenüber. Er argumentiert, dass man nur im Nachhinein behaupten könne, ein Preis sei falsch gewesen. Wenn Märkte effizient sind, gibt es keine verlässliche Methode, um solche Preisfehler systematisch auszunutzen.
  • Kritik an Kryptowährungen: Fama betrachtet Bitcoin aufgrund des fehlenden intrinsischen Wertes (da keine Erträge wie Dividenden oder Zinsen erzielt werden) skeptisch. Er bezeichnet die Wahrscheinlichkeit eines Wertverlustes auf nahezu null über einen Zehnjahreszeitraum als sehr hoch.

Relevanz in der Schweiz

Auch in der Schweizer Finanzwelt hat Famas Denken das Anlageverhalten massiv beeinflusst:

  • Wachstum passiven Investierens: Schweizer Vermögensverwalter und Online-Plattformen nutzen Famas Theorien als theoretisches Fundament für die Verbreitung von kostengünstigen Indexfonds und ETFs. Schweizer Investoren werden zunehmend dazu ermutigt, statt auf Market-Timing auf langfristiges, passives Anlegen zu setzen.
  • Akademischer Diskurs: In Schweizer Fachkreisen (z. B. durch Institutionen wie das Campus Hotel Hertenstein) wird Fama intensiv debattiert. Dabei wird er oft dem Verhaltensökonomen (Behavioral Finance) Richard Thaler gegenübergestellt, der im Gegensatz zu Fama betont, dass psychologische Faktoren und menschliche Irrationalität die Markteffizienz stören können.
  1. Spekulationsblasen an der Börse: Fama vs. Shiller (Descartes) – Eine fundierte Gegenüberstellung der Positionen von Eugene Fama und Robert Shiller.
  2. Eugene Fama - der Vater der Effizienzmarkthypothese (Renditelift) – Ein umfassender Überblick über seine biographischen Daten und den Einfluss des Fama-French-Modells.
  3. Chicago School - Campus Hotel Hertenstein – Erläuterung der Bedeutung der Chicagoer Schule für die moderne Finanztheorie und die Kontroverse mit der Behavioral Finance.

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Personen
Eugene Fama
Eugene Francis Fama ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und zusammen mit Lars Peter Hansen und Robert J. Shiller Träger des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften 2013 "für die empirische Analyse von Kapitalmarktpreisen". Er wurde am 14. Februar 1939 in Boston, Massachusetts in den Vereinigten Staaten geboren und feierte 2019 seinen 80. Geburtstag.
Eugene Fama
Quelle: geboren.am