Eurasischer Fischotter Wildtier

Eurasischer Fischotter (Lutra lutra) – Wildtier in der Schweiz

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lutra lutra
  • Grösse: Kopf-Rumpf-Länge bis 80 cm, Schwanz bis 50 cm, Gesamtlänge bis ca. 120 cm
  • Gewicht: 6–15 kg (Männchen deutlich schwerer als Weibchen)
  • Lebensdauer: bis ca. 10–15 Jahre in freier Wildbahn
  • Schutzstatus: In der Schweiz seit 1952 streng geschützt

Aussehen und Anpassungen

Der Eurasische Fischotter besitzt ein dichtes, wasserabweisendes Fell, das auf der Oberseite dunkelbraun bis schwarzbraun und auf der Unterseite heller ist. Besonders auffällig sind die langen Vibrissen (Barthaare), mit denen er selbst in trübem Wasser Beute aufspüren und Hindernisse erkennen kann. Seine Schwimmhäute an den Pfoten, der stromlinienförmige Körper und der kräftige, spitz zulaufende Schwanz machen ihn zu einem exzellenten Schwimmer. Er kann die Luft bis zu sieben Minuten anhalten.

Lebensraum und Ernährung

Fischotter bevorzugen flache Flüsse, Bäche, Seen und Überschwemmungsgebiete mit reichem Fischbestand und ausreichend Deckung (Gebüsch, Wurzeln, Steine). Obwohl sie primär Fische fressen, ernähren sie sich opportunistisch auch von Krebsen, Fröschen, Vögeln und kleinen Säugetieren.

Das Vorkommen des Fischotters gilt als Bioindikator für die gute ökologische Qualität eines Gewässers.

Situation in der Schweiz

In der Schweiz war der Fischotter bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet. Durch Lebensraumzerstörung (Flussbegradigungen, Verbauung), Gewässerverschmutzung, Verkehrstote und historische Verfolgung als „Fischräuber“ starb er Ende der 1980er / Anfang der 1990er Jahre in der Schweiz aus.

Seit den 2000er Jahren wandern wieder einzelne Tiere aus Österreich, Italien und Frankreich ein. Laut der Beratungsstelle Fischotter (angeschlossen ans Schweizer Zentrum für die Kartografie der Fauna) lebten im Jahr 2021 schätzungsweise 22 europäische Fischotter in der Schweiz. Die Population wächst langsam, bleibt aber sehr klein und stark gefährdet.

Bedrohungen

  • Schadstoffanreicherung in der Nahrungskette
  • Verlust von naturnahen Uferstrukturen
  • Verkehr (viele Tiere sterben auf Strassen)
  • Störung durch Freizeitnutzung an Gewässern

Wiederansiedlung und Schutz

In der Schweiz setzt man auf natürliche Wiederbesiedlung durch Zuwanderung aus dem Ausland. Wichtige Massnahmen sind:

  • Renaturierung von Flussläufen
  • Schaffung von Versteck- und Ruheplätzen
  • Bau von Querungshilfen (Grünbrücken, Unterführungen)
  • Monitoring durch Kamera-Fallen und Kotanalysen

Beste 3 Links zum Thema:

  1. Eurasischer Fischotter – Natur- und Tierpark Goldau – Sehr guter Schweizer Steckbrief mit Fokus auf die Situation in der Schweiz
  2. Europäischer Fischotter – Zoo Zürich – Kompakte Übersicht inklusive historischer Entwicklung in der Schweiz
  3. Eurasischer Fischotter – MUZOO – Aktuelle Zahlen (Stand 2021) und spannende Fakten zur Population in der Schweiz

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Eurasischer Fischotter
Mit seinen Barthaaren, den so genannten Vibrissen, spürt der Fischotter seine Beute im trüben Wasser auf und erkennt Hindernisse. Vibrissen sind hochempfindsame Tasthaare, die Bewegungen, Objekte sowie Wärme und Kälte wahrnehmen können. Vom Kopf bis zu seinem völlig behaarten und spitz zulaufenden Schwanz misst der Fischotter bis zu 120cm. Sein dichtes Fell ist wasserdicht und hält den Körper warm. Lange Zeit wurden Fischotterfelle verarbeitet und teuer gehandelt. Heute ist der Handel verboten.
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Quellen: Naturpark Goldau, Wikipedia