Europäischer Iltis Wildtier

Der Europäische Iltis – Ein scheues Raubtier der Schweizer Kulturlandschaft

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Mustela putorius
  • Deutscher Name: Europäischer Iltis, Waldiltis
  • Familie: Marderartige (Mustelidae)
  • Schutzstatus: In der Schweiz selten und stark gefährdet

Aussehen

Der Iltis ist mit seiner typischen „Mardergestalt“ leicht zu erkennen. Besonders charakteristisch sind die dunkle Augenbinde und die schwarze Nasenspitze. Das Fell ist dunkelbraun bis schwarz, oft mit helleren Unterhaaren. Er besitzt Drüsen, die bei Erregung oder Bedrohung ein stark riechendes, veilchenartig bis unangenehm stinkendes Sekret absondern – daher auch sein lateinischer Name putorius (von „stinken“).

Lebensweise und Ernährung

Iltisse sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und leben als Einzelgänger (ausserhalb der Paarungszeit). Sie durchstreifen grosse Flächen auf der Suche nach Nahrung und stecken ihre Schnauze in Erdlöcher, unter Laub und Gras.

Bevorzugte Beute in der Schweiz:

  • Amphibien (besonders Frösche und Kröten)
  • Kleine Säugetiere (Mäuse, Wühlmäuse)
  • Vögel, Insekten und gelegentlich Aas

Im Spätherbst fressen sie sich einen Fettvorrat von bis zu 30 % ihres Körpergewichts an, da sie im Winter ihre Aktivität stark reduzieren.

Verbreitung in der Schweiz

Obwohl Verbreitungskarten suggerieren, der Iltis käme im Flach- und Hügelland praktisch überall vor, ist die Art in der Schweiz selten und lokal stark rückläufig. Die tatsächliche Populationsdichte ist gering. Iltisse benötigen eine reich gegliederte, strukturierte Landschaft mit genügend Deckung (Hecken, Gebüsche, Asthaufen, Feuchtgebiete). Durch die fortschreitende „Ausräumung“ der Landschaft verlieren sie wichtige Lebensräume.

Fortpflanzung

Die Paarung findet hauptsächlich von April bis Juni statt. Das Weibchen wird dabei durch einen Nackenbiss des Männchens ruhiggestellt. Die Jungen bleiben die ersten drei Monate fast ausschliesslich bei der Mutter. Nach zwei Monaten sind die weiblichen Jungtiere bereits etwa so gross wie die Mutter, die männlichen sogar grösser.

Besonderheiten

  • Vom Iltis gibt es eine domestizierte Form: das Frettchen.
  • Er ist das Tier des Jahres 2024 in der Schweiz (Pro Natura / BirdLife).
  • Dank seiner versteckten Lebensweise wird er nur sehr selten beobachtet – wer einen Iltis sieht, kann sich glücklich schätzen.

Schutz

Der Erhalt von strukturreichen Kulturlandschaften, Feuchtgebieten und natürlichen Deckungsmöglichkeiten ist entscheidend für das Überleben des Iltis in der Schweiz. Pro Natura und weitere Organisationen setzen sich dafür ein, Lebensräume zu erhalten und zu vernetzen.


  1. Iltis – Tier des Jahres 2024 – Ausführlicher und aktueller Bericht mit Fokus auf die Situation in der Schweiz
  2. Iltis – Ein hübsches Raubtier und seltener Gast – Sehr informativer und gut lesbarer Artikel über Lebensweise und Schutz
  3. Europäischer Iltis im Tierpark Goldau – Gute Beschreibung mit Bildern und Verhaltensbeobachtungen

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Iltisse haben eine typische «Mardergestalt» und werden deshalb auch oft mit ihren nahen Verwandten verwechselt. Dabei ist der Iltis leicht zu erkennen: Seine Augenbinde und die schwarze Nasenspitze sind unverwechselbar. Der übrige Kopf ist sehr hell und grenzt sich klar vom restlichen Körper ab, der schwarz bis dunkelbraun gefärbt ist.
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Quellen: Naturpark Goldau, Wikipedia