Exogen-allergische Alveolitis (EAA): Krankheitsbild und berufsmedizinische Relevanz

Die exogen-allergische Alveolitis (EAA), auch als Hypersensitivitätspneumonitis bekannt, ist eine immunologisch vermittelte Entzündung der Lungenbläschen (Alveolen) sowie des umgebenden Lungengewebes. Sie wird durch die wiederholte Inhalation organischer Stäube oder chemischer Substanzen ausgelöst.

1. Krankheitsformen und Ursachen

Die Erkrankung tritt in akuten, subakuten oder chronischen Verläufen auf. Typisch ist die Benennung nach der jeweiligen Expositionsquelle:

  • Farmerlunge: Durch Schimmelpilzsporen in Heu oder Getreide.
  • Vogelhalterlunge: Durch Proteine aus Vogelkot oder Federn.
  • Befeuchterlunge: Durch Kontaminationen in Klimaanlagen oder Luftbefeuchtern.
  • Weitere Formen: Mälzerlunge, Bäckerlunge, Käsewäscherkrankheit, Kaffeearbeiterlunge sowie verschiedene lungenbelastende Arbeitsumgebungen mit Kunststoffen oder Pilzen.

2. Diagnostik

Die Diagnose stellt sich aufgrund der Komplexität oft als schwierig dar:

  • Antikörpernachweis: Der Nachweis spezifischer IgG-Antikörper ist ein Indikator, jedoch nur bedingt beweisend, da auch bei gesunden exponierten Personen Antikörper vorliegen können.
  • Pathophysiologie: Eine EAA kann auch durch direkte Antigen-Wirkung ohne vorherige IgG-Bildung entstehen.
  • Abgrenzung: Es muss eine Abgrenzung zum Organic Dust Toxic Syndrome (ODTS) erfolgen, welches eine unspezifische Reaktion auf Staub darstellt.

3. Berufskrankheit in Deutschland

In Deutschland ist die EAA unter der Berufskrankheitennummer (BK) 4201 als anerkannte Berufskrankheit in der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung gelistet. Dies unterstreicht die hohe Bedeutung der Arbeitsmedizin bei der Prävention und Früherkennung.

4. Forschung und Therapie

Wissenschaftliche Fachgesellschaften wie die DGAKI (Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie) beschäftigen sich in spezialisierten Arbeitsgruppen mit der Standardisierung von Diagnostik (z. B. Bestimmung von Normwerten für IgG-Antikörper) und der Erforschung klinischer Verläufe.


Die 3 besten Informationsquellen

  1. DGAKI – Arbeitsgruppe Exogen-allergische Alveolitis – Offizielle Seite der Fachgesellschaft mit wissenschaftlichen Informationen zu Pathophysiologie und Diagnostik.
  2. Berufskrankheit.de – Fachbeitrag BK 4201 – Detaillierte Übersicht über die berufsmedizinischen Kriterien und diagnostischen Tücken der EAA.
  3. Lungenaerzte-im-netz.de – Patientenorientierte Zusammenfassung und weiterführende Ressourcen zur Erkrankung.
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Krankheiten
Exogen-allergische Alveolitis
Eine besondere Form der Inhalationsallergie ist die exogen allergische Alveolitis (Abk.: EAA). Dabei kommt es zu einer allergisch bedingten Entzündung des Lungengewebes, vor allem der Lungenbläschen (Fachbegriff: Alveolen). Auslöser sind Schimmel oder Vogelfedern, z.B. beim Umlagern von verschimmeltem Heu oder bei der Säuberung eines Taubenschlags. Die EAA ist sehr selten und gehört zu den verzögert auftretenden allergischen Reaktionen (Kombination der Immunreaktionen Typ III und IV). Innert vier bis zwölf Stunden können Symptome wie Atemnot im Ruhezustand, Reizhusten, Krankheitsgefühl, Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen auftreten. Diese Beschwerden klingen nach wenigen Tagen ohne Therapie ab, wenn der Auslöser gemieden wird. Bei ständigem Kontakt kann die Krankheit chronisch werden, z.B. bei Landwirten oder Taubenzüchtern. Siehe auch: Inhalationsallergien