Die Feldlerche: Ein gefährdeter Meistersänger der Schweizer Kulturlandschaft

Die Feldlerche (Alauda arvensis) ist ein faszinierender Singvogel, der durch seinen ausdauernden, melodischen Gesang während des Fluges bekannt ist. Im Jahr 2022 wurde sie von BirdLife Schweiz zum „Vogel des Jahres“ gekürt, um auf ihre kritische Situation aufmerksam zu machen.

Lebensweise und Besonderheiten

  • Gesang: Die Feldlerche ist als „Meistersängerin“ bekannt. Ihr Gesang kann im Flug bis zu fünf Minuten lang andauern.
  • Brutverhalten: Als typischer Bodenbrüter legt sie ihre Nester in kleinen Bodenmulden in offenen Landschaften an. Sie besitzt die kürzeste Nestlingszeit unter den hiesigen Singvögeln.
  • Verhalten: Um ihre Brut vor Fressfeinden zu schützen, landen die Elternvögel oft in einiger Entfernung vom Nest und erreichen es zu Fuß durch die Vegetation.

Status in der Schweiz und Gefährdung

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt die Feldlerche in der Schweiz als „Allerweltsvogel“, deren Bestände unzählbar schienen. Heute ist sie jedoch stark gefährdet:

  • Lebensraumverlust: Durch die Intensivierung der Landwirtschaft, Überdüngung und den Verlust von Brachflächen sowie kleinstrukturierten Kulturlandflächen findet die Feldlerche kaum noch geeignete Brutreviere.
  • Schutzmassnahmen: Um das Überleben zu sichern, setzen sich Naturschutzorganisationen und Landwirte für gezielte Fördermassnahmen ein. Dazu gehören:
    • Lerchenfenster: Ungesäte Flächen in intensiv bewirtschafteten Feldern, die den Vögeln den Zugang zum Boden erleichtern.
    • Biodiversitätsförderflächen (BFF): Schaffung von ungedüngten Wiesen, Buntbrachen und Ackerschonstreifen.
    • Anpassung der Bewirtschaftung: Weitere Reihenabstände in Kulturen und ein späterer Schnitt der Wiesen, um die Brutzeit nicht zu gefährden.

Zukunftsperspektiven

Obwohl viele lokale Bestände in der Schweiz bereits verstummt sind, zeigen Projekte – wie etwa die Sensibilisierung von Landwirten und die Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen –, dass ein Erhalt der Art möglich ist. Ziel ist es, die Feldlerche als Brutvogel im Schweizer Kulturland dauerhaft zu etablieren.


Die besten 3 Informationsquellen

  1. BirdLife Schweiz: Vogel des Jahres 2022 – Feldlerche
  2. Avifaunistik.ch: Die Feldlerche – Vogel des Jahres 2022
  3. Natur- und Vogelschutzverein Dürrenäsch: Wissenswertes zur Feldlerche

Vielleicht auch interessant


Bekassine

Dunkellaubsänger

Dünnschnabelbrachvogel

Dünnschnabelmöwe

Feldlerche

Goldhähnchenlaubsänger

Grünschenkel

Haussperling

Heringsmöwe

Iberienzilpzalp

Keilschwanzregenpfeifer

Knäkente

Kurzzehenlerche

Mittelmeersturmtaucher

Ringeltaube

Ringschnabelente

Rohrammer

Schellente

Schwarzstirnwürger

Seeadler

Trauerschnäpper

Weisskehlsänger

Wintergoldhähnchen

Zistensänger

Zwergseeschwalbe
War das hilfreich?
Vögel
Feldlerche
Die Dichter haben die Feldlerche wegen ihres Gesangs - ein endloser Fluss trillernder oder jubilierender Töne - als Frühlingsbotin und Minnesängerin der Lüfte gepriesen. Ein Frühlingsmorgen in der offenen Kulturlandschaft, in der die Luft vom Lied der Feldlerche erfüllt ist, bleibt unvergesslich. Singend steigt das Männchen in immer kleiner werdenden Spiralen steil empor, meist bis in 60 Meter Höhe. Dann hängt es singend mehr oder weniger auf der Stelle. Da es beim Ein- und Ausatmen nicht absetzt, kann es fünf Minuten und länger singen.
Feldlerche
KImehr über Feldlerche