Festung Furggels: Bollwerk des Schweizer Reduits

Die Festung Furggels ist eine der bedeutendsten militärischen Anlagen der Schweiz. Sie war ein zentraler Bestandteil des Festungsraums Sargans und diente während des Zweiten Weltkriegs als ein Schlüsselelement des nationalen Verteidigungskonzepts, des Schweizer Reduits.

Historischer Hintergrund und Bauweise

Der Bau der Festung begann im Jahr 1939, unmittelbar nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, und wurde in mehreren Etappen bis 1947 kontinuierlich erweitert. Die Anlage wurde konzipiert, um 500 Personen eine autonome Überlebensdauer von 250 Tagen zu ermöglichen.

  • Ausmass: Das Stollensystem erstreckt sich über eine Länge von insgesamt 7'500 Metern.
  • Struktur: Die Anlage besteht aus zwei Etagen, die durch 20 Meter massiven Fels voneinander getrennt sind.
  • Bewaffnung: Das Werk war mit zwei 10,5-cm-Panzerturmkanonen (Reichweite 15'000 m) sowie später vier 15-cm-Bunkerkanonen (Reichweite 24'000 m) ausgestattet. Zudem verfügte sie über eine umfangreiche Aussenverteidigung mit Beobachtungs- und MG-Bunkern sowie Flab-Unterständen.

Vom Militärobjekt zum modernen Nutzbau

Nach der Ausmusterung im Jahr 1999 und der offiziellen Stilllegung der Festungsbrigade 13 wurde die Anlage in den Privatbesitz überführt. Seit 2010 befindet sich die Festung im Besitz von Carmen Haag. Heute wird das imposante Bauwerk auf vielseitige Weise genutzt:

  1. Museum & Besichtigungen: Die Festung ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf geführten Touren können Besucher die Truppenunterkünfte, die Technikräume und die ehemaligen Gefechtsstationen erkunden.
  2. Hochsicheres Rechenzentrum: Die einzigartige Infrastruktur bietet heute das „Furggels Secure Data Center“. Dank der massiven Felsabdeckung dient die Festung als idealer Standort für ein hochsicheres Backup-Rechenzentrum („Air Gap“), das Daten vor Ransomware und physischen Einflüssen schützt.

Technische Fakten auf einen Blick

  • Transport: Die Munitionslogistik innerhalb der Festung wurde effizient über Paternoster-Systeme abgewickelt.
  • Versorgung: Parallel zu den Stollen verlief ein komplexes Netz an Versorgungsleitungen für Frischluft, Strom, Telefonie und Pressluft.
  • Panzerung: Die Stahl-Panzerung der Geschütztürme weist eine Dicke von bis zu 30 cm auf.

Weiterführende Informationen

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