Fichten-Zapfenrübling Pilz
Der Fichten-Zapfenrübling (Strobilurus esculentus)
Ein kleiner, essbarer Frühlingspilz der Schweizer Nadelwälder
Merkmale und Beschreibung
Der Fichten-Zapfenrübling, auch Fichtenzapfen-Nagelschwamm genannt, ist ein kleiner saprobiontischer Blätterpilz aus der Gattung Strobilurus. Er wächst ausschliesslich auf verrottenden Fichtenzapfen (Picea abies).
Wichtige Erkennungsmerkmale:
- Hut: 1–4 cm breit, jung halbkugelig, später ausgebreitet, meist braun bis graubraun, kahl bis fein filzig
- Lamellen: weisslich bis cremefarben, eng stehend, am Stiel angewachsen
- Stiel: schlank, oft gebogen, mit weisslicher Spitze und brauner bis schwärzlicher Basis, die direkt am Zapfen sitzt
- Geruch: schwach würzig bis pilzartig
- Geschmack: mild, pilzartig
Vorkommen in der Schweiz
In der Schweiz ist der Fichten-Zapfenrübling in fast allen Regionen mit Fichtenbeständen anzutreffen – vom Mittelland über den Jura bis in die Voralpen und ins Tessin. Er fruktifiziert hauptsächlich von Oktober bis Mai, mit Schwerpunkt im Februar bis April. Bei feucht-warmer Witterung kann er sogar ganzjährig erscheinen. Besonders häufig findet man ihn in feuchten Nadel- und Nadelmischwäldern, oft zusammen mit dem Fichtenzapfen-Helmling (Mycena strobilicola).
Verwechslungsmöglichkeiten
Der häufigste Doppelgänger ist der Kiefern-Zapfenrübling (Strobilurus tenacellus). Die Unterscheidung gelingt am besten über das Substrat:
- Auf Fichtenzapfen → Strobilurus esculentus
- Auf Kiefernzapfen → Strobilurus tenacellus
Weitere mögliche Verwechslungen sind kleine Helmlinge (Mycena-Arten), die jedoch meist keine so feste Stielbasis aufweisen.
Essbarkeit
Der Fichten-Zapfenrübling gilt als guter Speisepilz. Er ist mild im Geschmack und eignet sich besonders für Suppen, Saucen oder als Beilage. Wegen seiner geringen Grösse benötigt man jedoch meist eine grössere Sammelmenge. In manchen älteren Quellen wird er als «nicht essbar» oder «giftverdächtig» geführt – diese Einschätzungen gelten heute als überholt. Er wird in der Schweiz von vielen Pilzsammlern geschätzt.
Interessante Fakten
- Er ist ein typischer Folgezersetzer (saprobiontisch).
- In der Mykothek von fungifuturi.ch werden DNA-sequenzierte Reinkulturen des Pilzes angeboten.
- In manchen Regionen der Schweiz (z. B. Uri) wird auf eine mögliche Belastung des Bodens mit Schwermetallen oder Munitionsrückständen hingewiesen – dort sollte man vorsichtig sein.
Beste 3 Links zum Thema
- Fichtenzapfenrübling – Pilzverein Zug – Sehr gute Schweizer Beschreibung mit Foto
- Fichten-Zapfenrübling – Porträt & Verwechslung – Detailliertes Porträt mit Hinweisen zur Bestimmung
- Reinkultur & Mykologie – fungifuturi.ch – Wissenschaftliche Infos aus der Schweiz
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