Fleischers Weidenröschen (Epilobium fleischeri): Pionier der Schweizer Bergwelt

Fleischers Weidenröschen ist eine spezialisierte Pflanzenart aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae), die besonders in den alpinen Regionen der Schweiz eine wichtige ökologische Rolle einnimmt.

Charakteristik und Erscheinungsbild

  • Wuchshöhe: Die Pflanze erreicht meist eine Höhe von bis zu 30 cm, selten höher.
  • Blüten: Sie zeichnet sich durch rosarote bis purpurne Blüten aus. Die Blütezeit erstreckt sich primär von Juni bis August.
  • Botanische Einordnung: Sie gehört zur Gattung der Weidenröschen (Epilobium). Im Vergleich zum Schmalblättrigen Weidenröschen (Epilobium angustifolium) bleibt sie deutlich kleiner und ist stärker an extreme alpine Standorte gebunden.

Lebensraum und Ökologie

Fleischers Weidenröschen gilt als Pionierpflanze. Das bedeutet, sie gehört zu den ersten Arten, die neu entstandene, vegetationsfreie Flächen besiedeln.

  • Bevorzugte Standorte: Die Art findet man vor allem auf Kiesablagerungen (Alluvionen), entlang von Gebirgsflüssen, auf Moränen und in Felsschuttbereichen.
  • Ökologische Bedeutung: Durch ihre Fähigkeit, nährstoffarme und instabile Standorte zu besiedeln, leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur natürlichen Sukzession – also der schrittweisen Entwicklung und Stabilisierung von Pflanzengesellschaften.
  • Vorkommen in der Schweiz: Die Art ist in der Schweiz weit verbreitet in den Alpen anzutreffen. Belegte Fundorte finden sich unter anderem im Val Müstair, im Binntal, bei Zermatt (z. B. Sunnegga/Blauherd), an der Göscheneralp, im Val d'Uina, am Stausee Mattmark sowie entlang der Ova da Bernina (Morteratsch). Auch in der Nähe des Triftgletschers im Berner Oberland wurde sie dokumentiert.

Schutz und Besonderheiten

Da Fleischers Weidenröschen auf dynamische Lebensräume wie Kiesbänke angewiesen ist, profitiert sie indirekt auch von naturnah gestalteten Abbaustellen oder revitalisierten Bachläufen, in denen neue Uferböschungen und Schuttflächen entstehen. Sie gilt als Indikator für ökologisch wertvolle, naturbelassene oder fachgerecht rekultivierte alpine Standorte.


Die 3 besten Informationsquellen

  1. Fleischers Weidenröschen - Schweizer Flora (Artinformationen & Fundortliste)
  2. Fleischers Weidenröschen als Pionierpflanze (Muota.swiss)
  3. Natur & Geologie bei der Montebello AG (Beispiel für den Lebensraum)

Vielleicht auch interessant


Acker-Wachtelweizen

Auberts Windenknöterich

Bach-Gänsekresse

Blut-Johanniskraut

Borretsch

Echte Brunnenkresse

Einjähriges Berufkraut

Finger-Segge

Gewöhnliches Graues Greiskraut

Glattes Zackenschötchen

Gletscher-Nelke

Gold-Aster

Grüne Nieswurz

Gämswurz-Greiskraut

Hügel-Windröschen

Kartoffel

Kugelorchis

Langspornige Handwurz

Rauhe Gänsedistel

Saat-Esparsette

Stiel-Eiche

Wald-Ziest

Weinberg-Lauch

Wiesen-Platterbse

Winter-Linde
War das hilfreich?
Blumen
Fleischers Weidenröschen
Gattung
Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Blütezeit
Juli bis August
Vorkommen
montaneMontane Stufe (Bergstufe: ab 900 bis ca. 1500m)
bis
alpineAlpine Stufe (ab 2200 bis ca. 3000m)
Stufe
Fleischers Weidenröschen
KImehr über Fleischers Weidenröschen