Forget Baghdad: Eine filmische Reflexion über Identität und Herkunft

Der Dokumentarfilm «Forget Baghdad: Jews and Arabs – The Iraqi Connection» aus dem Jahr 2002 ist ein wegweisendes Werk des in der Schweiz lebenden Regisseurs Samir. Der Film beleuchtet die komplexen Verflechtungen zwischen der jüdischen und arabischen Welt, eingebettet in die persönlichen Biografien von vier irakischen Kommunisten, die in den 1950er Jahren in den Irak einwanderten bzw. aus diesem flüchteten.

Inhalt und Thematik

Samir, der selbst als Kind irakischer Einwanderer in der Schweiz aufwuchs, begibt sich auf eine Spurensuche, die weit über eine reine Geschichtsdokumentation hinausgeht:

  • Biografische Perspektive: Im Zentrum stehen vier Männer (Shimon Ballas, Moshe Houri, Sami Michael und Samir Naqqash), die als intellektuelle Zeitzeugen von ihrem Leben in Bagdad, der revolutionären Politik der 40er/50er Jahre und der späteren Emigration nach Israel berichten.
  • Klischeekritik: Der Film reflektiert die historischen Stereotypen von «dem Juden» und «dem Araber». Er zeigt auf, wie diese Identitäten durch die politische «neue Welt-Unordnung» verformt wurden.
  • Schweizer Bezug: Produziert von der Zürcher Produktionsfirma Dschoint Ventschr, ist das Werk ein bedeutender Teil des Schweizer Filmschaffens. Samir thematisiert hierbei auch seine eigene Position als Migrant und Filmemacher in der Schweiz, ein Leitmotiv, das er in späteren Werken wie «Iraqi Odyssey» oder «Baghdad in My Shadow» fortführte.

Rezeption

In der Schweizer Filmkritik wurde der Dokumentarfilm hoch gelobt. Die Basler Zeitung hob Samirs politisches Gespür hervor, während der Tages-Anzeiger das Werk als einen der reifsten Filme der damaligen Festivalsaison bezeichnete. Der Film versteht sich dabei nicht als larmoyante Anklage, sondern als ein differenziertes Plädoyer gegen schwarz-weiß-Malerei und für ein tieferes Verständnis kultureller Herkunft.

Zusammenfassung der Eckdaten

  • Regie: Samir
  • Jahr: 2002
  • Dauer: 110 Minuten
  • Produktion: Dschoint Ventschr Filmproduktion AG, Zürich
  • Hauptpersonen: Shimon Ballas, Moshe Houri, Sami Michael, Samir Naqqash, Ella Habiba Shohat

  1. Look Now! Filmverleih – Forget Baghdad
  2. FLIZ – Filmdatenbank zu "Forget Baghdad"
  3. Film des Monats – Analyse des Films

Vielleicht auch interessant


4 Poemas

Arno Camenisch - Schreiben auf der Kante

Balazher. Korrekturen der Wirklichkeit

Big Deal

Born In Battle

Connie

Coucouleurs

Der Antiquar am Hirschengraben

Dévoilées

Früh-Stück

Hopp Schwyz

I ovo je Beograd

Im Nordwind

isä äiti lumi

La reine des renards

Madame

Mind & Life - Early Dialogues

Schutzplan Vollmond

Sexperiment

Stars

Stella ciao

Storm & Co

Tous les chemins

Work Hard Play Hard
War das hilfreich?
Schweizer Filme
Forget Baghdad
Forget Baghdad
Switzerland / Germany, August 2002
Eine filmische Reflexion über die Klischees «des Juden» und «des Arabers» in den letzten hundert Jahren Film, verknüpft mit den Lebensgeschichten von ehemaligen irakisch-jüdischen Kommunisten. Die Protagonisten sind Shimon Ballas, Schriftsteller und Arabischprofessor in Tel Aviv und Paris, der israelische Bestsellerautor Sami Michael aus Haifa, der ehemalige Immobilienhändler Moshe Houri, der ausschliesslich in arabisch publizierende Schriftsteller Samir Naqqash sowie Ella Shohat – Professorin für Film und Cultural Studies in New York –, die ein Standardwerk über den israelischen Film geschrieben hat.
von Samir
KImehr über Forget Baghdad
Quelle: swissfilms.ch