Friedrich Dürrenmatt – Im Labyrinth: Ein filmisches Denkmal
Der Dokumentarfilm „Friedrich Dürrenmatt – Im Labyrinth“ (2014) ist eine filmische Hommage an einen der bedeutendsten Schweizer Schriftsteller, Dramatiker und Maler des 20. Jahrhunderts. Unter der Regie von Sabine Gisiger entstand ein innovatives Porträt, das den Künstler aus einer völlig neuen Perspektive beleuchtet.
Konzept und Inhalt
Anstatt einer klassischen Biografie verfolgt der Film das Konzept einer fiktiven Autobiographie. Durch die geschickte Montage von unzähligen Archivaufnahmen – darunter Fernsehbeiträge, Radiointerviews und Filmsequenzen aus dem In- und Ausland – tritt Dürrenmatt quasi als sein eigener Erzähler auf. Er erinnert sich an sein Leben, kommentiert sein umfangreiches Werk und analysiert die Welt mit seinem charakteristischen philosophischen Scharfsinn.
Eckdaten zum Film
- Regie & Drehbuch: Sabine Gisiger
- Produktion: Das Kollektiv (Philip Delaquis)
- Länge: 52 Minuten
- Herkunft: Schweiz, 2014
- Sprache: Berndeutsch/Deutsch (mit Untertiteln in D, F, I)
- Erstausstrahlung: Frühling 2015 (SRF, RTS, RSI, arte)
Kontext: Das Labyrinth als Metapher
Der Titel des Films nimmt Bezug auf eines der zentralen Motive in Dürrenmatts Spätwerk. Sein Projekt „Stoffe“ (Labyrinth: Stoffe I-III und Turmbau: Stoffe IV-IX), das er nach seinem Herzinfarkt 1969 begann, dient als literarisches Testament. Dürrenmatt nutzte das Bild des Labyrinths oft, um das komplexe Geflecht aus autobiografischen Skizzen, Reflexionen über Gott und die Welt sowie die Verschachtelung seiner literarischen Entwürfe zu beschreiben. Auch in seinen bildnerischen Arbeiten taucht die Figur des Minotaurus im Labyrinth immer wieder als Sinnbild für das menschliche Dasein auf.
Bedeutung für den Standort Schweiz
Friedrich Dürrenmatt, der 1921 in Konolfingen geboren wurde und 1990 in Neuenburg verstarb, ist tief in der Schweizer Kulturgeschichte verwurzelt. Der Film verknüpft seine intellektuelle Strahlkraft mit seiner schweizerischen Identität. Orte wie Bern, wo er seine Ausbildung erhielt, spielen in der Rezeption seines Lebens eine zentrale Rolle und werden auch heute noch in kulturellen Rundgängen (wie durch den Verein StattLand) thematisiert, um Dürrenmatts ambivalentes Verhältnis zu seiner Heimat zu beleuchten.
Empfohlene Quellen
- Friedrich Dürrenmatt - Im Labyrinth (Offizielle Filmseite - Das Kollektiv)
- Produktionsdetails bei RecTv
- Dürrenmatt im Literapedia Bern
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