Der Gänsegeier: Majestätischer Sommergast in den Schweizer Alpen

Der Gänsegeier (Gyps fulvus) gehört zu den beeindruckendsten Erscheinungen der alpinen Vogelwelt. Obwohl er in der Schweiz nicht heimisch brütet, ist er als regelmäßiger Sommergast ein faszinierendes Phänomen geworden.

Biologische Merkmale

  • Größe: Mit einer Flügelspannweite von 2,3 bis 2,7 Metern zählt er zu den größten regelmäßig in der Schweiz anzutreffenden Vögeln.
  • Erscheinungsbild: Am Boden wirken Gänsegeier oft unbeholfen. In der Luft hingegen zeichnen sie sich durch ihre majestätische Flugweise aus: mit eingezogenem Hals, kurzem Schwanz und elegant taillierten Schwingen.
  • Ernährung: Als spezialisierte Aasfresser spielen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem. Sie nutzen ihre exzellenten Augen, um Kadaver aus großer Entfernung zu entdecken, wobei sie sich oft an der Thermik orientieren.

Vorkommen in der Schweiz

In den letzten Jahren ist ein deutlicher Vormarsch der Gänsegeier in den Schweizer Alpen zu beobachten:

  • Sommerfrische: Die Tiere besuchen die Schweiz vor allem in den Sommermonaten. Es wird vermutet, dass sie aus den wachsenden Populationen in Südeuropa (insbesondere Spanien und Frankreich/Zentralmassiv) stammen.
  • Hotspots: Sichtungen häufen sich unter anderem in den Berner Alpen, den Freiburger Voralpen und der Region Kaiseregg.
  • Anziehungspunkte: Große Weidetiere wie Schafe, die sich in den hohen Lagen frei bewegen, dienen oft als Nahrungsquelle und machen das Gebiet für die Geier attraktiv.
  • Brutverhalten: Experten von BirdLife Schweiz und der Vogelwarte Sempach halten eine dauerhafte Ansiedlung oder Brut in der Schweiz für eher unwahrscheinlich.

Beobachtung und Naturschutz

Der Gänsegeier gilt bei Naturfotografen als spektakuläres Motiv. Da die Tiere in Thermik-reichen Gebieten oft in Gruppen kreisen, bieten sich eindrucksvolle Beobachtungsmöglichkeiten. Dennoch bleibt der Vogel ein unvorhersehbarer Gast, dessen Anwesenheit stark von der Witterung und dem Nahrungsangebot abhängt.


  1. Gänsegeier – Informationen der Vogelwarte Sempach
  2. Gänsegeier in der Schweiz (Blog & Fotografie)
  3. Gänsegeier in den Freiburger Voralpen

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Gänsegeier
Als Aasfresser hatte der Gänsegeier früher einen schlechten Ruf. Langsam setzt in der Bevölkerung jedoch ein Sinneswandel ein und in mehreren Regionen nimmt der faszinierende Greifvogel wieder zu. Er ist bestens an das Ausnehmen von Kadavern angepasst: Der Kopf und der lange Hals sind nur leicht befiedert und eine Halskrause schützt den restlichen Körper vor Verschmutzung. Die Vögel suchen systematisch ein Gebiet ab, ohne dabei Artgenossen oder kleinere Suchflieger wie Milane, Kolkrabe und Schmutzgeier aus den Augen zu verlieren. So finden Gänsegeier viele Kadaver auch in strukturiertem Gelände in überraschend kurzer Zeit.
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