Gallertiger Zitterzahn Pilz
Gallertiger Zitterzahn – Der durchscheinende Winterpilz der Schweizer Wälder
Beschreibung
Der Gallertige Zitterzahn (Pseudohydnum gelatinosum), auch bekannt als Eispilz, Gallertstacheling, Weisser Zitterling oder Gezahnter Geleepilz, ist ein auffälliger Gallertpilz. Seine Fruchtkörper sind gallertartig, zitternd-elastisch und wirken fast wie durchscheinendes Eis oder Gelee. Die Oberseite ist meist grauweiss bis hell bräunlich, die Unterseite trägt charakteristische weissliche, stachel- oder stoppelartige Strukturen, die an Semmelstoppelpilze erinnern.
Die Fruchtkörper können einzeln, aber auch zu grossen, ineinander verwachsenen Polstern von bis zu 20 cm Durchmesser wachsen. Besonders im kahlen Winterwald fällt der Pilz durch seinen fast glasigen, eisartigen Glanz auf.
Vorkommen und Ökologie
Der Gallertige Zitterzahn ist ein Holzsaprophyt. Er besiedelt stark vermorschte, feuchte Nadelholzstümpfe (vor allem Fichte, Kiefer und Tanne), sehr selten auch Laubholz. Er ist in der gesamten Holarktis verbreitet – von Nordamerika über Asien bis nach Europa.
In der Schweiz ist er weit verbreitet und kann von den Tieflagen bis in die Alpen gefunden werden. Er erscheint vor allem von Spätsommer bis in den Winter hinein (oft noch im Januar), solange das Holz feucht bleibt. In der Schweiz zählt er zu den häufigeren Gallertpilzen und ist besonders in feuchten Fichtenwäldern und Bergmischwäldern anzutreffen.
Verwendung und Verzehr
Der Pilz ist bedingt essbar. Wegen seiner gummiartigen, knorpeligen Konsistenz und des fast neutralen bis leicht faden Geschmacks wird er jedoch nur selten als Speisepilz gesammelt. Manche Pilzfreunde essen ihn roh in Salaten, wobei in der Schweiz und Deutschland empfohlen wird, ihn vor dem Verzehr kurz mit kochendem Wasser abzubrühen. Dies dient der Vorsicht vor einer möglichen Übertragung des Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis), dessen Eier theoretisch an feuchten Pilzen haften könnten.
Aufgrund der geringen kulinarischen Qualität wird er meist als Mischpilz oder eher als botanische Kuriosität betrachtet.
Wissenswertes
- Der Name „Eispilz“ rührt von der eisartigen, weisslich-grauen Erscheinung her, die besonders auf dunklem, nassem Holz stark kontrastiert.
- Er gehört zur Gattung Pseudohydnum, die in Mitteleuropa nur mit dieser einen Art vertreten ist.
- In Hessen (Deutschland) wird er auf der Roten Liste als „R“ (rar) geführt, in der Schweiz gilt er jedoch als häufig und ungefährdet.
Beste 3 Links
- Gallertiger Zitterzahn (Pseudohydnum gelatinosum) | Porträt – Detailliertes Porträt mit Verbreitung bis in die Schweizer Alpen
- Zitterzahn, Eispilz – Beschreibung & Verwechslung – Sehr ausführliche Beschreibung mit Fotos und Hinweisen zum Verzehr
- Pilze sammeln in der Schweiz – pilze.ch – Schweizer Pilzseite mit Hinweis auf den Gallertigen Zitterzahn im lokalen Kontext
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