Pflanzenportrait: Der Gelbe Eisenhut (Aconitum lycoctonum ssp. vulparia)

Der Gelbe Eisenhut ist eine charakteristische und faszinierende Wildpflanze der Schweizer Alpen und Mittelgebirgslagen. Als Mitglied der Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae) ist er vor allem für seine auffälligen hellgelben Blüten und seine hohe Toxizität bekannt.

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Aconitum lycoctonum ssp. vulparia (Synonyme: Aconitum vulparia, Aconitum arctophonum)
  • Volksnamen: Wolfs-Eisenhut, Fuchs-Eisenhut, Wolfswurz.
  • Blütezeit: Juni bis August.
  • Wuchshöhe: 50 bis 150 cm.
  • Vorkommen: In der Schweiz weit verbreitet in Wäldern, Waldlichtungen, auf feuchten Wiesen und in Hochstaudenfluren (bis zu einer Höhe von ca. 2400 m ü. M.).

Biologische Besonderheiten

Im Gegensatz zum oft straff aufrechten Blauen Eisenhut (Aconitum napellus) zeichnet sich der Gelbe Eisenhut durch einen lockeren Blütenstand mit ausladenden Ästen aus. Die Blätter sind handförmig geteilt. Eine Besonderheit ist die Bestäubungsökologie: Während langrüsselige Hummeln die Blüte korrekt bestäuben, bohren kurzrüsselige Hummeln oft den Helm der Blüte von oben an, um an den Nektar zu gelangen, ohne die Pflanze dabei zu bestäuben.

Toxizität und historisches Wissen

Der Gelbe Eisenhut ist stark giftig. Dieser Eigenschaft verdankt er auch seine volkstümlichen Namen wie „Wolfs-Eisenhut“ oder „Wolfswurz“. Historisch wurde die Pflanze genutzt, um Köderfleisch für Wölfe und Füchse zu präparieren. Zudem fand sie bereits in der Antike Anwendung als Pfeilgift. Aufgrund seiner ökologischen Bedeutung und Gefährdung steht der Eisenhut unter gesetzlichem Schutz.

Kulturelle Bedeutung

Die ästhetische Wirkung der Pflanze inspirierte bereits Künstler. Ein bekanntes Beispiel aus der Schweizer Kunstgeschichte ist das Gemälde „Eisenhut“ von Hans Emmenegger aus dem Jahr 1911, das während eines Aufenthalts im Berghotel Steingletscher an der Sustenstrasse entstand.


  1. Gelber Eisenhut im Online-Herbarium – Detaillierte botanische Einordnung und alternative Bezeichnungen.
  2. Aconitum lycoctonum ssp. vulparia – Flora di Berna – Umfassende Informationen zu Standortansprüchen und Merkmalen.
  3. Biologie des Gelben Eisenhuts – Digitale Folien – Ausführliche Informationen zur Bestäubung und historischen Nutzung.

Vielleicht auch interessant


Allermannsharnisch

Alpen-Lein

Berg-Distel

Bitteres Schaumkraut

Blutrotes Knabenkraut

Clusius Gämswurz

Europäisches Alpenveilchen

Garten-Mondviole

Gelber Fingerhut

Gewöhnliches Alpen-Lieschgras

Glattes Habichtskraut

Grosses Schöllkraut

Hirschwurz

Kleiner Wiesenknopf

Kreuzblättrige Wolfsmilch

Kron-Lichtnelke

Masslieb-Ehrenpreis

Silber-Fingerkraut

Spinnweben-Hauswurz

Straussblütige Margerite

Südliche Skabiose

Vielstengeliges Schaumkraut

Voralpen-Feld-Thymian

Wald-Witwenblume

Wolliger Ziest
War das hilfreich?
Blumen
Gelber Eisenhut
Gattung
Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae)
Blütezeit
Juni bis September
Vorkommen
bis
montaneMontane Stufe (Bergstufe: ab 900 bis ca. 1500m)
Stufe
Gelber Eisenhut
KImehr über Gelber Eisenhut