Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis): Heilpflanze des Jahres 2026

Die Gemeine Nachtkerze, botanisch Oenothera biennis genannt, ist eine faszinierende zweijährige Pflanze aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Sie wurde vom Naturheilkundeverein Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2026 gekürt.

Steckbrief und Biologie

  • Wuchs: Die Pflanze ist zweijährig. Im ersten Jahr bildet sie eine flache Blattrosette am Boden, im zweiten Jahr entwickelt sie einen aufrechten Stängel, der Wuchshöhen von 0,8 bis zu 2 Metern erreicht.
  • Blüte: Die leuchtend gelben, schüsselartigen Blüten öffnen sich erst bei Einbruch der Abenddämmerung. Dieser Prozess ist ein beeindruckendes Naturschauspiel, das zudem einen intensiven Duft verströmt, um Nachtfalter anzulocken.
  • Herkunft: Ursprünglich aus Nordamerika stammend, wurde die Pflanze um das Jahr 1620 als Zierpflanze nach Europa eingeführt und ist heute in ganz Deutschland und Europa eingebürgert.

Vorkommen in Deutschland

Man findet die Gemeine Nachtkerze häufig an Standorten wie Wegrändern, Kies- und Sandgruben, Steinbrüchen und auf Schotterbänken. Sie bevorzugt trockene, sonnige und eher nährstoffarme Böden. Aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung dient sie zudem als wichtige Futterpflanze für den besonders geschützten Nachtkerzenschwärmer.

Verwendung und Nutzen

  1. Naturheilkunde: Das Öl der Nachtkerze ist für seinen Gehalt an Gamma-Linolensäure bekannt. Es wird für seine entzündungshemmende Wirkung geschätzt und bei Hautproblemen sowie zur hormonellen Regulation eingesetzt. Zudem unterstützt es das Immunsystem.
  2. Kulinarik: Die Nachtkerze gilt als essbare Wildpflanze. Blüten eignen sich als Dekoration für Müsli oder Bowls, und die Samen können geröstet als gesundes Topping verwendet werden.
  3. Tierhaltung: In Deutschland wird die Pflanze auch als Futterpflanze für europäische Landschildkröten geschätzt, da sie eine gesunde Ergänzung im Gehege darstellt.

Historisches und Wissenswertes

Der botanische Gattungsname Oenothera leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „Blume mit Weingeruch an den Wurzeln“. Früher gab es den Aberglauben, dass mit Wein benetzte Nachtkerzen bei der Jagd Glück bringen könnten. Heute wird sie sowohl als attraktive Gartenpflanze als auch als wertvolle Arzneipflanze geschätzt.


  1. Heilpflanze des Jahres 2026 - Theralupa
  2. Phytotherapie: Die Gemeine Nachtkerze - Heilpraktikerverband
  3. Die Nachtkerze: Samen, Blüten, Blätter - Sonjas Gartenfreuden

Vielleicht auch interessant


Acker-Hundskamille

Brauner Storchschnabel

Breitblättrige Platterbse

Drüsiges Springkraut

Edelweiss

Filz-Segge

Fingerblättrige Zahnwurz

Gemeine Akelei

Gewöhnliche Dorn-Hauhechel

Gewöhnliche Goldnessel

Gewöhnliche Traubenkirsche

Japanische Zierquitte

Kleine Kronwicke

Kleines Zweiblatt

Lockerährige Segge

Moorenzian

Punktierter Enzian

Schmalblättrige Wiesen-Flockenblume

Schmalblättriges Wollgras

Steife Wolfsmilch

Steinbrech-Felsennelke

Trauben-Gamander

Traunsteiners Knabenkraut

Wald-Storchschnabel

Zierlicher Nachtschatten
War das hilfreich?
Blumen
Gemeine Nachtkerze
Gattung
Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Blütezeit
Juli bis Oktober
Vorkommen
kollineKolline Stufe (Hügelstufe: bis ca. 900m)
bis
montaneMontane Stufe (Bergstufe: ab 900 bis ca. 1500m)
Stufe
Gemeine Nachtkerze
KImehr über Gemeine Nachtkerze