Gemeine Stinkmorchel Pilz

Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus) – Porträt und Vorkommen in der Schweiz

  1. Systematik und Namensgebung
    • Wissenschaftlicher Name: Phallus impudicus
    • Deutsche Namen: Gemeine Stinkmorchel, Gichtmorchel, Leichenfinger
    • Familie: Stinkmorchelverwandte (Phallaceae)
    • Pilz des Jahres 2020

  2. Morphologie
    • Hexenei-Stadium: 3–6 cm groß, weißlich, gallertige Außenhülle, innen bereits der später sichtbare Fruchtkörper angelegt.
    • Reifer Fruchtkörper: 10–25 cm hoch; weißer, schwammig-hohler Stiel, obenauf ein glockenförmiger Hut mit dunkelgrün-schwarzer, schleimiger Gleba (Sporenmasse).
    • Geruch: intensiv aasartig-fäkal, zieht hauptsächlich Fliegen an.

  3. Vorkommen und Ökologie (Schweiz)
    • Verbreitung: in ganz Europa, auch in der Schweiz weit verbreitet.
    • Lebensraum: Laub- und Nadelwälder, Gebüsche, Parkanlagen, auch auf Friedhöfen; bevorzugt nährstoffreiche, lockere Böden.
    • Saison: hauptsächlich Juni bis November; Hexeneier erscheinen ab Mai/Juni.

  4. Fortpflanzung
    • Die Gleba lockt Insekten an, die Sporen im Schleim aufnehmen und verbreiten (Mykophagie).

  5. Speisewert und Verwendung
    • Reife Fruchtkörper: ungenießbar bis giftverdächtig wegen Geruch und Schleim.
    • Hexeneier: in manchen Regionen (u. a. Teilen der Schweiz und Süddeutschlands) roh oder kurz angebraten als Delikatesse geschätzt; gelten als „Glückspilze“.
    • In der Schweiz wird der Verzehr reifer Pilze nicht empfohlen; kommerzielle Kapsel-Produkte (getrocknetes Pulver) werden als Nahrungsergänzung angeboten, sind aber umstritten.

  6. Volksglaube & Kurioses
    • Früher galt das Erscheinen auf Gräbern als Zeichen eines ungesühnten Verbrechens des Verstorbenen.
    • Wegen der phallusartigen Form und des penetranten Geruchs hat der Pilz zahlreiche scherzhafte und derbe Bezeichnungen hervorgebracht.

  7. Wichtige Hinweise
    • Verwechslung möglich mit anderen Stinkmorchel-Arten (z. B. Phallus hadriani); essbare Hexeneier anderer Arten sehen ähnlich aus.
    • Bei Sammeln der Hexeneier auf einwandfreie Artbestimmung achten und nur junge, geschlossene Stadien verwenden.

Beste 5 Links (Stand 2025)

  1. https://www.pilz-sammler.de/fungus/gemeine-stinkmorchel-phallus-impudicus-portraet/
  2. https://www.pilzesammeln.ch/hexenei-gemeine-stinkmorchel
  3. https://www.bachtelpilz.ch/phallus-impudicus-pilz-id343.aspx
  4. https://www.20min.ch/story/gemeine-stinkmorchel-vorher-war-sie-ein-hexenei-nachher-ein-leichenfinger-906301052704
  5. http://www.kuriosetierwelt.de/die-gemeine-stinkmorchel/

Perhaps also interesting


Beutel-Stäubling

Brätling

Camembert-Täubling

Echter Pfifferling

Edel-Reizker

Falten-Tintling

Flockenstieliger Hexen-Röhrling

Frühjahrs-Giftlorchel

Gemeine Stinkmorchel

Gemeiner Orangebecherling

Gemeiner Schwefel-Ritterling

Gold-Röhrling

Grasgrüner Täubling

Grauer Wulstling

Grünspan-Träuschling

Kuh-Röhrling

Maipilz

Nelken-Schwindling

Purpurschneidiger Blut-Helmling

Reifpilz

Totentrompete

Trompetenpfifferling

Violetter Rötelritterling

Weissmilchender Helmling

Zunderschwamm
Was that helpful?
Pilze
Gemeine Stinkmorchel
Die Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus) ist eine Pilzart aus der Familie der Stinkmorchelverwandten. Die Stinkmorchel bildet als Anfangsstadium eine als Hexenei bezeichnete kugelige bis breit eiförmige Knolle. Das Hexenei wird etwa 5–6 cm hoch und 5 cm breit, an seiner Unterseite befindet sich ein ca. 1–2 mm dicker Myzelstrang.
Gemeine Stinkmorchel
KImore about Gemeine Stinkmorchel
Source: Wikipedia