Der Gemeine Spaltblättling (Schizophyllum commune): Ein globaler Überlebenskünstler

Der Gemeine Spaltblättling ist einer der weltweit am weitesten verbreiteten Pilze und nimmt aufgrund seiner besonderen ökologischen und technologischen Eigenschaften eine Sonderstellung ein. In der Schweiz ist er nicht nur als ökologischer Akteur präsent, sondern erlangte 2026 sogar philatelistische Berühmtheit durch die Abbildung auf einer offiziellen Briefmarke der Schweizerischen Post.

Steckbrief und Merkmale

  • Wissenschaftlicher Name: Schizophyllum commune
  • Systematik: Einzige Art seiner Gattung in Europa.
  • Lebensweise: Er tritt als Saprobiont (zersetzt organisches Material) und als Wundparasit auf. Er verursacht eine intensive Weissfäule.
  • Resistenz: Der Pilz gilt als äusserst trockenheits- und hitzeresistent, weshalb er häufig an sonnen- und windexponierten Standorten zu finden ist. Er ist in allen Höhenstufen verbreitet.
  • Substrat: Er besiedelt ein breites Spektrum an Laub- und Nadelhölzern, findet sich aber auch auf ungewöhnlichen Substraten wie verkohltem Holz, Kräuterstängeln, Knochen oder Horn.

Bedeutung und Nutzung

  • Holzzerstörung: Aufgrund seiner Eigenschaft, Holz zu zersetzen, kann der Spaltblättling an verbautem Holz oder Lagerholz beträchtliche Schäden verursachen.
  • Industrielle Bedeutung: Aus dem Pilz wird das Polysaccharid Schizophyllan gewonnen. Schweizer Forschende nutzen das Mycel zudem als Grundlage für die Entwicklung neuartiger, lebender Materialien. Kurioserweise wird dem Pilz auch eine klangverbessernde Wirkung bei der Veredelung von Geigen zugeschrieben.
  • Speisewert: Der Gemeine Spaltblättling ist kein Speisepilz. In Fachkreisen wird er als nicht essbar oder aufgrund potenzieller Gesundheitsrisiken als giftig eingestuft. Ein Verzehr sollte unter allen Umständen vermieden werden.

Der Spaltblättling in der Schweiz

Die Präsenz des Pilzes in der Schweiz ist allgegenwärtig. Besonders hervorzuheben ist, dass ein Exemplar aus einem Wald bei Rheinfelden als Motiv für die 120er-Briefmarke der Schweizerischen Post (Serie «Naturmuster») für das Jahr 2026 ausgewählt wurde, was den Pilz in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit rückte.

  1. Gemeiner Spaltblättling - Verein für Pilzkunde Zug
  2. Die neue 120er Briefmarke der Schweizerischen Post (2026)
  3. Porträt: Schizophyllum commune - Pilz-Sammler.de

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