Gerty Cori: Eine Pionierin der Biochemie

Gerty Cori (1896–1957) war eine herausragende tschechisch-amerikanische Biochemikerin und die erste Frau, die den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt. Trotz massiver beruflicher Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts leistete sie bahnbrechende Beiträge zum Verständnis des menschlichen Stoffwechsels.

Lebenslauf und wissenschaftlicher Werdegang

  • Herkunft und Ausbildung: Geboren in Prag, studierte sie Medizin an der Prager Deutschen Universität, wo sie ihren Ehemann Carl Ferdinand Cori kennenlernte.
  • Emigration: 1922 wanderte das Paar in die USA aus. Während Carl rasch akademische Positionen fand, wurde Gerty aufgrund von Nepotismus-Regeln und Vorurteilen oft nur als unbezahlte oder unterbezahlte Hilfskraft beschäftigt.
  • Wissenschaftliche Durchbrüche: Gemeinsam mit ihrem Mann identifizierte sie den "Cori-Zyklus" (den Stoffwechselkreislauf von Milchsäure und Glykogen) und den "Cori-Ester" (Glucose-1-phosphat).
  • Nobelpreis: 1947 erhielt sie gemeinsam mit ihrem Ehemann den Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung des katalytischen Glykogen-Stoffwechsels.

Bezug zur Schweiz und zur Forschung

Gerty Cori wird auch in der Schweiz als bedeutende historische Figur der Medizingeschichte rezipiert. Ihr Wirken inspiriert bis heute die internationale Forschung, etwa durch das neu gegründete Carl and Gerty Cori Institute of Molecular and Computational Metabolism in Österreich. Zudem ist sie in schweizerischen wissenschaftlichen Datenbanken und Portalen (wie z. B. über das Online-Verzeichnis pcs-camino.ch) als böhmisch-amerikanische Forscherpersönlichkeit dokumentiert.

Überwindung von Widerständen

Gerty Cori kämpfte zeitlebens gegen die akademische Ausgrenzung von Frauen. Erst 1943, lange nach ihren ersten großen Entdeckungen, wurde sie zur außerordentlichen Professorin ernannt. Selbst nach der Diagnose einer schweren Knochenmarkserkrankung (Myelofibrose) setzte sie ihre Forschung mit beeindruckender Disziplin für weitere zehn Jahre fort. Ihr Erbe lebt heute in der Anerkennung von Frauen in der Wissenschaft sowie in zahlreichen Ehrenbezeichnungen, wie etwa der Benennung eines Mondkraters nach ihr, weiter.


  1. Gerty Theresa Cori - Vitalis Medizingeschichte – Detaillierte Übersicht zu ihrem Leben und wissenschaftlichen Wirken.
  2. Wegbereiterin Gerty Cori (gender2technik.de) – Fokus auf ihre Rolle als Pionierin in der männlich dominierten Wissenschaftswelt.
  3. Gerty Coris Kampf um Anerkennung (Wort & Bild Verlag) – Ein informativer Artikel über ihre akademischen Hürden und Erfolge.

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Personen
Gerty Cori
Gerty Theresa Cori war eine österreichisch-US-amerikanische Biochemikerin, die für ihre Arbeiten über die Funktion von Enzymen und den Kohlehydratstoffwechsel zusammen mit ihrem Mann Carl Ferdinand Cori neben Bernardo Alberto Houssay den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1947 erhielt. Sie wurde am 15. August 1896 in Prag in Böhmen, Österreich -Ungarn (heute Tschechien ) geboren und starb mit 61 Jahren am 26. Oktober 1957 in St. Louis, Missouri in den Vereinigten Staaten. 2019 jährt sich ihr Geburtstag das 123. Mal.
Gerty Cori
Quelle: geboren.am