Das Gewöhnliche Fettkraut (Pinguicula vulgaris): Eine fleischfressende Besonderheit
Das Gewöhnliche Fettkraut (Pinguicula vulgaris), auch als Blaues Fettkraut oder Kiwitzfettkraut bekannt, ist eine faszinierende, fleischfressende Pflanze aus der Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae).
Steckbrief und Merkmale
- Pflanzentyp: Fleischfressende Pflanze (Karnivore).
- Erscheinungsbild: Bildet eine charakteristische Bodenrosette aus hellgrünen, länglichen Blättern mit einem Durchmesser von bis zu 16 cm.
- Blütezeit: Mai bis August.
- Blüten: Auffällige, blau-violette Blüten.
- Ernährungsweise: Die Oberseite der Blätter ist mit einem klebrigen Sekret bedeckt, das dazu dient, kleine Insekten wie Mücken und Ameisen zu fangen und zu verdauen.
Lebensraum und Vorkommen in Deutschland
Die Pflanze bevorzugt nährstoffarme, nasse Standorte. In Deutschland ist sie unter anderem in folgenden Habitaten anzutreffen:
- Flach- und Quellmoore.
- Feuchte Rieselfluren und sumpfige Wiesen.
- Kalkhaltige Böden werden toleriert.
- Naturschutzfachlich bedeutsame Feuchtgebiete (z. B. im Bereich des Herrenwieser Weihers).
Gefährdung
Das Gewöhnliche Fettkraut gilt in Deutschland als gefährdet und ist auf der Roten Liste entsprechend eingestuft. Der Erhalt seiner natürlichen Lebensräume ist für den Fortbestand der Art essenziell.
Überwinterungsstrategie
Im Herbst zieht sich die Pflanze zurück und bildet eine spezielle Winterknospe aus, um die kalte Jahreszeit zu überdauern. Historisch wurde das Fettkraut zudem regional als Heilpflanze zur Behandlung von Hautwunden genutzt.
Hinweis: Verwechseln Sie das Gewöhnliche Fettkraut nicht mit dem Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum). Letzterer ist eine invasive, für den Menschen gefährliche Pflanze, die strikt von einheimischen Arten zu unterscheiden ist.
- Fettkraut, gewöhnliches (Pinguicula vulgaris) - Blumen und Natur
- Fettkraut (Gewöhnliches) - bergtoursuche.de
- Gemeines Fettkraut - Wildhüter St. Hubertus e.V.
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