Der Gift-Lattich: Eine Übersicht (Lactuca virosa)

Der Gift-Lattich (Lactuca virosa), auch bekannt als Wilder Lattich, Stinklattich oder Stinksalat, ist eine pflanzliche Art aus der Gattung Lattich (Familie der Korbblütler). Obwohl er botanisch eng mit unserem Speisesalat verwandt ist, unterscheidet er sich durch seine psychoaktiven Inhaltsstoffe deutlich von diesem.

Botanische Merkmale und Vorkommen

  • Erscheinungsbild: Die Pflanze bildet im ersten Jahr eine Rosette und im zweiten Jahr einen verzweigten, milchsaftführenden Blütenstängel. Die Blätter sind stachelig und gezackt.
  • Verwechslungsgefahr: In Deutschland besteht eine hohe Verwechslungsgefahr mit dem nah verwandten Kompass-Lattich (Lactuca serriola). Beide Arten sind sich optisch sehr ähnlich und enthalten ähnliche giftige Inhaltsstoffe, wobei die Konzentration im Gift-Lattich meist höher ist.
  • Verbreitung in Deutschland: Der Gift-Lattich bevorzugt wärmere Regionen. In Norddeutschland ist er kaum anzutreffen; er kommt jedoch in wärmeren Lagen an Rhein, Main und Mosel vor, wo er früher teils gezielt kultiviert wurde.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Der Name „Gift-Lattich“ leitet sich von seinem milchigen Saft (Lactucarium) ab.

  • Historische Nutzung: Das aus dem Milchsaft gewonnene „Lattich-Opium“ wurde historisch als Sedativum (Beruhigungsmittel) und Schmerzmittel verwendet.
  • Wirkung: Die Pflanze wirkt beruhigend und entspannend. Dennoch warnen Experten vor der Anwendung: Aufgrund seiner sedativen Wirkung kann der Gift-Lattich auch die Atmung beeinflussen, weshalb bereits historische Quellen von einer unbedachten Anwendung abrieten.

Konsum und Sicherheit

Obwohl Extrakte oder Tinkturen der Pflanze heute im Internet (z. B. für Fußbäder) frei erhältlich sind, ist beim Umgang mit der Pflanze Vorsicht geboten:

  • Verzehrwarnung: Aufgrund der potenziellen toxischen Wirkung raten viele Anbieter vom direkten Verzehr ab.
  • Anwendung: In der modernen Ethnobotanik wird das Kraut oft verdampft (Vaporizer) oder in Form von Bädern genutzt, um die beruhigenden Eigenschaften ohne die Risiken einer oralen Einnahme zu verwenden.

  1. Giftlattich (Lactuca virosa) - Steckbrief & Wirkung
  2. Wilder Lattich: Wirkung und Anwendung
  3. Gift-Lattich und Verwechslungsmöglichkeiten

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Blumen
Gift-Lattich
Gattung
Korbblütengewächse (Asteraceae)
Blütezeit
Juli bis September
Vorkommen
kollineKolline Stufe (Hügelstufe: bis ca. 900m)
bis
montaneMontane Stufe (Bergstufe: ab 900 bis ca. 1500m)
Stufe
Gift-Lattich
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