Die Graue Schliessmundschnecke (Alinda biplicata)
Die Graue Schliessmundschnecke, auch Gemeine Schliessmundschnecke genannt, ist eine faszinierende landlebende Schneckenart aus der Familie der Schliessmundschnecken (Clausiliidae). Sie ist in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet und auch in der Schweiz heimisch.
Merkmale und Biologie
- Gehäusebau: Das auffälligste Merkmal der Art ist ihre links gewundene Schale (sinistral). Während die meisten Schnecken rechtsgewunden sind, dreht sich das turmförmige Gehäuse dieser Art nach links.
- Verschlussmechanismus: Namensgebend ist der sogenannte „Clausilium“-Apparat. Es handelt sich um ein löffelförmiges Kalkplättchen im Inneren der Gehäusemündung, mit dem die Schnecke ihr Haus bei Gefahr oder Trockenheit fest verschliessen kann.
- Grösse: Die Gehäuse erreichen eine Höhe von etwa 16 bis 18 mm bei einer Breite von etwa 4 mm.
- Lebensweise: Sie bevorzugt feuchte Standorte, unter anderem in Wäldern, Gebüschen, an Mauern oder unter Totholz, wo sie sich von Algen, Pilzen und verrottenden Pflanzenteilen ernährt.
Vorkommen in der Schweiz
Die Art ist in der Schweiz weit verbreitet und gilt als nicht gefährdet. Sie ist sowohl im Mittelland als auch in den Voralpen und Alpentälern anzutreffen. Aufgrund ihrer Vorliebe für anthropogene (vom Menschen geschaffene) Strukturen findet man sie häufig in Gärten, an alten Steinmauern oder in Parks, sofern diese genügend Schatten und Feuchtigkeit bieten.
Ökologische Bedeutung
Die Graue Schliessmundschnecke trägt zur Zersetzung organischer Substanz bei und ist damit ein wichtiger Bestandteil des Nährstoffkreislaufs in Wald- und Gartenböden. Ihr spezielles Gehäuse macht sie zu einem interessanten Untersuchungsobjekt für die malakologische Forschung (Weichtierkunde).
- Naturmuseum St. Gallen: Alinda biplicata
- Weichtiere.at - Clausiliidae (Schliessmundschnecken)
- Info Fauna (CSCF) - Verbreitung der Weichtiere in der Schweiz
Vielleicht auch interessant
War das hilfreich?

