Groppe Fisch

Die Groppe – Botschafterin für gesunde Schweizer Bäche und Flüsse

Die Groppe (Cottus gobio), auch bekannt als Koppe oder Mühlkoppe, ist ein kleiner, bodenlebender Fisch, der in der Schweiz eine besondere ökologische Bedeutung hat. Sie gilt als eine der besten Bioindikatoren für intakte und naturnahe Gewässer.

Merkmale und Lebensweise

Die Groppe ist leicht an ihrem breiten, abgeflachten Kopf, den weit oben sitzenden, eng beieinanderliegenden Augen und dem schuppenlosen Körper zu erkennen. Ihr Rücken ist fleckig grau bis braun mit unregelmässigen schwarzen Flecken, der Bauch grauweiss. Charakteristisch sind Stacheln auf den Kiemendeckeln und den Strahlen der Rückenflosse.

Besonders auffällig ist, dass der Groppe die Schwimmblase fehlt. Dadurch ist sie eine extrem schlechte Schwimmerin und verbringt ihr Leben fast ausschliesslich am Gewässergrund, wo sie sich unter Steinen und in Hohlräumen versteckt. Sie ernährt sich vorwiegend von Wirbellosen wie Köcherfliegenlarven, Bachflohkrebsen und anderen Kleinlebewesen.

Bedeutung als Indikatorart

In der Schweiz wird die Groppe als «Botschafterin für gesunde Flüsse und Bäche» bezeichnet. Samuel Gründler, Biologe beim Schweizerischen Fischerei-Verband, bringt es auf den Punkt:

«Dort, wo es Groppen gibt, stimmt der Lebensraum im und am Gewässer. Dort, wo es keine gibt, ist der Gewässerraum nicht in Ordnung.»

Die Art reagiert extrem sensibel auf Verbauungen, Begradigungen, fehlende Uferstrukturen und Verschmutzung. Intakte Gewässerräume mit natürlicher Strukturvielfalt, Steinen, Totholz und Kiesbänken sind für ihr Überleben unverzichtbar. Da sie ein sehr schlechter Schwimmer ist, kann sie künstliche Hindernisse und lange begradigte Abschnitte kaum überwinden – Renaturierungen sind daher für die Groppe von zentraler Bedeutung.

Schutz und Förderung in der Schweiz

Die Groppe wurde in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich zum Fisch des Jahres 2006 gewählt. Der Schweizerische Fischerei-Verband nutzt sie seither gezielt, um für die Renaturierung von Bächen und Flüssen zu werben. Verschiedene Organisationen wie das Fischzentrum Schweiz bieten sogar Patenschaften für die Groppe an, um konkrete Schutzmassnahmen zu finanzieren.

Neben ihrer ökologischen Rolle hat die Groppe auch eine gewisse fischereiliche und kulinarische Tradition, wenngleich sie in der Schweiz praktisch nie gezielt befischt wird.

  1. Groppe – Botschafter für gesunde Flüsse und Bäche – Ausführlicher und sehr guter Beitrag des Schweizerischen Fischerei-Verbandes
  2. Naturinfo – Groppe – Detaillierter Steckbrief mit guten Merkmalen und Fotos
  3. Fische – Groppe (Fischerverein Weinfelden) – Regionaler Steckbrief mit Schweizer Fokus

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Groppe
Keulenförmiger, schuppenloser Körper mit breitem, überdimensioniertem Kopf. Grosses Maul mit wulstigen Lippen. Kiefer- und Pflugscharbein mit kleinen Bürstenzähnchen; Augen hochgelegen, Kiemen mit kräftigem, nach hinten gebogenem Dorn; brustständige Bauchflossen und sehr grosse Brustflossen. Von den zwei Rückenflossen enthält die vordere Stachelstrahlen. Seitenlinie verläuft in der Flankenmitte bis zum Schwanzstiel; sie ist mit 30 bis 35 kleinen Schüppchen besetzt. Schwimmblase fehlt. Grundfärbung abhängig von der Umgebung sehr unterschiedlich; Rücken und Flanken von schwarz, über dunkelbraun bis grau, teils unregelmässig gefleckt, Bauch heller. Mittellänge 10 - 15 cm, maximal bis 18 cm.
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Quelle: vol.be.ch