Grosser Sankt Bernhard Pass

Der Grosse Sankt Bernhard – Historischer Alpenpass zwischen Schweiz und Italien

Der Grosse Sankt Bernhard (französisch: Col du Grand-Saint-Bernard, italienisch: Colle del Gran San Bernardo) ist mit 2.469 Metern einer der ältesten und bedeutendsten Alpenübergänge der Schweiz. Er verbindet das Walliser Rhônetal (Schweiz) mit dem Aostatal (Italien) und gilt seit der Antike als wichtige Nord-Süd-Transversale durch die Alpen.

Historische Bedeutung

Bereits in der frühen Eisenzeit wurde der Pass begangen. Die Römer nutzten ihn intensiv als wichtigste Verbindung nach Gallien – sogar Julius Caesar erwähnte ihn. Im Mittelalter diente er Pilgern auf der Via Francigena, Kreuzrittern, Händlern, Päpsten und Kaisern. Sein heutiger Name geht auf den heiligen Bernhard von Aosta zurück, der um 1050 auf der Passhöhe ein Hospiz gründete. Berühmt wurde der Pass auch durch den Übergang von Napoleon Bonaparte mit seiner Armee im Mai 1800.

Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff widmete dem Pass das lange Gedicht «Der Knabe im Moor»-verwandte Ballade «Der Schlosself» sowie das Versepos «Der Grosse Sankt Bernhard», obwohl sie selbst nie dort war.

Der Pass heute

Die Passstrasse ist in der Regel von Ende Oktober bis Juni gesperrt – deutlich länger als bei den meisten anderen Schweizer Alpenpässen. Dafür herrschen im Sommer selbst an heissen Tagen angenehm kühle Temperaturen, was ihn besonders bei Motorradfahrern und Passliebhabern sehr beliebt macht. Die Strasse ist gut ausgebaut und bietet spektakuläre Hochalpenlandschaft mit Blick auf Gletscher und die Walliser Viertausender.

Auf der Passhöhe befindet sich das berühmte Hospiz der Augustiner-Chorherren mit dem Bernhardiner-Museum. Die Mönche leben dort ganzjährig und pflegen die Tradition der Lawinenhunde (Bernhardiner), auch wenn die Hunde heute nicht mehr für Rettungseinsätze eingesetzt werden.

Alternativen zur Passfahrt

Seit 1964 gibt es den Grossen-St.-Bernhard-Tunnel (5.798 m lang), der ganzjährig befahrbar ist und Mautpflicht unterliegt. Er verbindet Bourg-Saint-Pierre (VS) direkt mit dem Aostatal und spart erheblich Zeit. Viele Reisende nutzen den Tunnel für die Hin- oder Rückfahrt und den Pass für die landschaftlich reizvolle Variante.

Der Pass bleibt jedoch für Geniesser, Fotografen und Passliebhaber die deutlich attraktivere Wahl – besonders bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, wie viele eindrückliche Aufnahmen aus dem Wallis zeigen.

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Grosser Sankt Bernhard (2'469 m)
Funde entlang der Nordzufahrt belegen wohl, dass der Grosse Sankt Bernhard bereits in der frühen Eisenzeit begangen worden ist, somit einer der ältesten Alpenübergänge. Zur Römerzeit war der Pass die direkte Verbindungsachse nach Gallien und an den Rhein, was Julius Caesar in seinem «De bello Gallico» erwähnt. Als Fahrweg ausgebaut wurde er unter Kaiser Claudius (gest. 54 n.Chr.). Im Gegensatz zu den anderen Alpenübergängen, die auch von den Römern schon benutzt wurden, mussten am Grossen Sankt Bernhard keine schlecht passierbaren Schluchten und Felsbarrieren überwunden werden.
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Quelle: IG Alpenpässe