Die Grüne Reiswanze (Nezara viridula): Steckbrief eines invasiven Schädlings

Die Grüne Reiswanze, auch bekannt als Südliche Stinkwanze (Nezara viridula), breitet sich als Wärme liebende, invasive Art zunehmend in Europa und auch in der Schweiz aus. Durch den Klimawandel finden die ursprünglich aus den Subtropen stammenden Insekten immer günstigere Bedingungen vor.

Merkmale und Erscheinungsbild

  • Adulte Tiere: Charakteristisch ist die einheitliche hellgrüne Färbung mit einer helleren Unterseite. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zu heimischen Arten sind die drei kleinen hellen Punkte am vorderen Rand des Rückenschilds.
  • Farbvarianten: Im Herbst können Individuen ihr Aussehen ändern und beispielsweise einen elfenbeinfarbigen Rand aufweisen oder sich rötlich verfärben.
  • Nymphen: Die Jungtiere durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien und zeigen dabei unterschiedliche Färbungen.
  • Größe: Das fünfte Larvenstadium erreicht eine Körperlänge von etwa 10 mm.

Lebensweise und Ausbreitung

  • Aggregatbildung: Die Wanzen bilden Gruppen, deren Zusammensein durch Pheromone gesteuert wird. Bei zu hohen Konzentrationen zerstreuen sich die Nymphen.
  • Mobilität: Sie sind langlebige und kräftige Flieger, was ihnen eine schnelle Ausbreitung zwischen Wirtspflanzen ermöglicht.
  • Fortpflanzung: In warmen Regionen können pro Jahr bis zu fünf Generationen entstehen, da die Entwicklungszeit stark temperaturabhängig ist.

Auswirkungen in Garten und Landwirtschaft

Die Grüne Reiswanze ist ein bedeutender Schädling, der durch Saugschäden an einer Vielzahl von Pflanzen schwere Ernteeinbußen verursachen kann. Zu den betroffenen Kulturen gehören:

  • Bohnen und Erbsen
  • Kohlarten
  • Gurken, Kürbis und Auberginen
  • Kartoffeln

Maßnahmen und Bekämpfung

  • Prävention: In Gewächshäusern kann das Eindringen durch engmaschige Insektenschutzgitter sowie eine gründliche Desinfektion vor der Pflanzung verhindert werden.
  • Biologische Kontrolle: Der Einsatz von natürlichen Gegenspielern, wie speziellen Hautflüglern (z. B. Trissopak), wird weltweit zur Bekämpfung eingesetzt. Zudem treten natürliche Parasitoide auf, wie etwa Raupenfliegen, deren Eier manchmal auf dem Rücken der Wanzen zu sehen sind.
  • Meldung: In der Schweiz wird dazu aufgerufen, Funde zu dokumentieren. Wer eine Wanze findet, sollte sie in einem verschließbaren Gefäß sichern und ein Foto oder Video an entsprechende Fachstellen (z. B. Naturinfo.ch) senden. Wichtig: Eine invasive Art sollte keinesfalls wieder in der Natur ausgesetzt werden.

Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Naturinfo - Steckbrief Grüne Reiswanze
  2. Pflanzenkrankheiten.ch - Nezara viridula an Bohnen
  3. Agroline - Biologische Bekämpfung mit Trissopak

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Quelle: insects.ch