Grüner Knollenblätterpilz Pilz
Der Grüne Knollenblätterpilz – Tödlichster Giftpilz der Schweiz
Merkmale und Aussehen
Der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides), auch Grüner Gift-Wulstling genannt, ist der gefährlichste Giftpilz Europas und Mitteleuropas. Er besitzt einen hell- bis olivgrünen Hut (manchmal auch fast weisslich oder gelbgrün), der bis zu 14 cm Durchmesser erreichen kann. Der Stiel ist meist heller als der Hut und zeigt oft eine charakteristische grünlich-gelbe Natterung (Schlängelung). Am Stielansatz befindet sich eine deutliche, sackartige Knolle (Volva), ein wichtiges Erkennungsmerkmal aller Wulstlinge.
Typische Verwechslungen erfolgen mit essbaren Champignons (Agaricus-Arten) oder grünen Täublingen (Russula-Arten), da diese ebenfalls einen weissen bis grünlichen Hut aufweisen können. Im Gegensatz zum Grünen Knollenblätterpilz besitzen Champignons jedoch keine Knolle und keine weissen Lamellen im jungen Stadium.
Vorkommen in der Schweiz
In der Schweiz wächst der Grüne Knollenblätterpilz vor allem in Laubwäldern und Parkanlagen, besonders unter Eichen und Rotbuchen, mit denen er eine Mykorrhiza bildet. In tieferen Lagen ist er häufig, in höheren Berglagen deutlich seltener. Er erscheint meist ab Juli bis in den späten Herbst, einzeln oder in kleinen Gruppen. Durch den internationalen Handel mit Eichen wurde der Pilz weltweit verschleppt und kommt heute auch in Nordamerika, Australien, Neuseeland und Teilen Afrikas vor.
Giftigkeit und Symptome
Der Pilz enthält hochkonzentrierte Amatoxine (vor allem α-Amanitin) und Phallotoxine. Schon ein einziger mittelgrosser Pilz reicht aus, um einen erwachsenen Menschen zu töten. Kochen, Braten oder Trocknen zerstört die Gifte nicht.
Der Verlauf einer Vergiftung ist heimtückisch: Nach einer scheinbar symptomfreien Phase von 6–12 Stunden treten schwere Magen-Darm-Beschwerden auf, gefolgt von einer scheinbaren Besserung. Ohne rechtzeitige medizinische Behandlung kommt es zu lebensbedrohlichem Leberversagen.
In der Schweiz sind die meisten tödlichen Pilzvergiftungen auf den Grünen Knollenblätterpilz zurückzuführen. Das Labor Spiez analysiert bei Verdachtsfällen Amatoxine mittels LC-MS in Blut, Urin und Pilzresten.
Wichtige Unterscheidungsmerkmale
- Immer eine sackartige Knolle (Volva) am Stielgrund
- Weisse, freie Lamellen
- Oft grünliche Natterung am Stiel
- Geruch im Alter unangenehm süsslich-nasig
Merke: Der ungiftige Gelbliche Knollenblätterpilz (Amanita citrina) wächst oft in ähnlichen Habitaten, hat aber einen stärker gelben Hut und einen typischen Kartoffelgeruch.
Beste weiterführende Links
- Pilz des Jahres: Grüner Knollenblätterpilz – Ausführlicher Flyer des Pilzvereins Cham
- Grüner Knollenblätterpilz – AWL.ch – Sehr detaillierte Beschreibung mit Fotos und Vergiftungsinformationen
- Pilz des Jahres 2019 – DGfM – Offizielle deutsche Pilzgesellschaft mit wissenschaftlichen Hintergründen
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