Halldor Laxness: Der isländische Literaturnobelpreisträger im Porträt

Halldor Laxness (1902–1998) gilt als der bedeutendste isländische Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist tief in der isländischen Tradition verwurzelt, hinterfragt diese jedoch oft kritisch.

Leben und literarischer Stil

  • Literarischer Ansatz: Sein Stil orientiert sich stark an den mittelalterlichen isländischen Sagas, verkehrt diese jedoch oft inhaltlich. Während die klassischen Sagas heroisch sind, zeichnete Laxness häufig ein ironisches, teils desillusioniertes Bild von Heldentum und Gesellschaft.
  • Thematische Vielfalt: Seine Werke behandeln den alltäglichen Überlebenskampf im alten Island, gesellschaftliche Umbrüche und philosophische Fragestellungen.
  • Persönliche Einflüsse: In seiner Jugend stand er unter dem Einfluss des damals berühmten isländischen Autors „Nonni“ (Jón Svensson), zu dem er später jedoch ein distanziertes Verhältnis pflegte. Laxness konvertierte zeitweise zum Katholizismus, blieb aber zeitlebens ein kritischer Beobachter.

Rezeption und internationale Bedeutung

  • Nobelpreis: Laxness erhielt 1955 den Nobelpreis für Literatur. Sein Werk Sein eigener Herr (Original: Sjálfstætt fólk) wird auch Jahrzehnte nach der Veröffentlichung als zeitloses Meisterwerk geschätzt, das besonders in Krisenzeiten an Aktualität gewinnt.
  • Literarische Einordnung: Er wird oft in einem Atemzug mit bedeutenden Weltliteraten genannt. Sein Werk Das Fischkonzert ist ein weiteres zentrales Beispiel seiner erzählerischen Brillanz.

Verbindungen zur Schweiz

Die Faszination für Laxness reicht bis in den Schweizer Kulturraum:

  • Musikalische Inspiration: Der Schweizer Komponist Roland Moser widmete Halldor Laxness ein Werk mit dem Titel „Nachtspaziergang (Hommage à Halldor Laxness)“.
  • Reise und Bildung: Schweizer Reisegruppen, wie etwa die Alumni Basel, organisieren regelmäßig Bildungsreisen nach Island, bei denen das Wohnhaus und Museum von Laxness im Mosfellstal einen festen Bestandteil der Route bildet.
  • Literaturvermittlung: Schweizer Buchhandlungen (wie die sec 52) führen sein Werk als Referenzpunkt, um die literarische Qualität anderer bedeutender Autoren einzuordnen.

  1. Alumni Basel-Reise: Island (RHZ Reisen) – Informationen zum Besuch seines Wohnhauses und Museums im Mosfellstal.
  2. Die Satzfischerin: Sein eigener Herr – Eine ausführliche Analyse seines wohl berühmtesten Romans.
  3. Roland Moser: HALL – mit Gegenstimmen – Details zur musikalischen Hommage des Schweizer Komponisten.

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Personen
Halldor Laxness
Halldor Kiljan Laxness war ein isländischer Schriftsteller (u. a. "Weltlicht" 1937–1940, "Die Islandglocke" 1943-1945, "Atomstation" 1948) und Träger des Nobelpreises für Literatur 1955 für die "lebendige epische Kraft seiner Prosa, die die grossartige isländische Erzählkunst zu neuer Blüte geführt hat". Er wurde am 23. April 1902 in Reykjavik in Island geboren und starb mit 95 Jahren am 8. Februar 1998 ebenda. 2019 jährt sich sein Geburtstag zum 117. Mal.
Halldor Laxness
Quelle: geboren.am