Hanna Reitsch: Leben und Wirken einer Pionierin der Luftfahrt

Hanna Reitsch (1912–1979) gilt als eine der bedeutendsten und zugleich umstrittensten Pilotinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr Leben war geprägt von fliegerischen Höchstleistungen, politischer Nähe zum NS-Regime und einer ungebrochenen Leidenschaft für die Luftfahrt bis über das Kriegsende hinaus.

Biografie und fliegerische Karriere

  • Pionierin: Reitsch brach zahlreiche Weltrekorde im Segelflug und war die erste Frau, die einen Hubschrauber (Focke-Wulf Fw 61) flog.
  • Testpilotin: Während des Zweiten Weltkriegs war sie als Testpilotin für die Luftwaffe tätig. Als einzige Frau erhielt sie das Eiserne Kreuz Erster Klasse.
  • Berlin-Flug 1945: Bekanntheit erlangte sie durch ihren waghalsigen Flug in das belagerte Berlin kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, um Hitler im Führerbunker aufzusuchen.
  • Nachkriegszeit: Nach 18 Monaten amerikanischer Gefangenschaft setzte sie ihre fliegerische Karriere fort. Auch nach 1945 blieb sie eine bekannte Persönlichkeit und wurde international, unter anderem von US-Präsident Kennedy, als herausragende Pilotin gewürdigt.

Bezüge zur Schweiz

Hanna Reitsch pflegte auch nach dem Krieg Verbindungen zur Schweizer Luftfahrtszene, die ihre fliegerische Expertise schätzte:

  • Oldtimer Segelflug: Eine bemerkenswerte Verbindung zur Schweiz besteht über die Oldtimer Segelflug Vereinigung Schweiz (OSV). Reitsch taufte am 1. Mai 1968 eine Scheibe SF-26 Standard (Kennung HB-795).
  • Künstlerische Rezeption: Ihr Leben diente auch als Inspiration für zeitgenössische Kunst in der Schweiz, etwa durch das Ölgemälde „Daredevils Hanna Reitsch“ von Thomas Muff (2014).
  • Luftfahrtgeschichte: In schweizerischen historischen Aufzeichnungen zur Luftfahrt, wie zur Gloster Meteor Mk.III, wird Reitsch regelmäßig in einem Atemzug mit anderen Pionierinnen der Luftfahrt genannt.

Charakterbild

Biografien und Zeitzeugenberichte zeichnen das Bild einer Frau voller Gegensätze: Einerseits eine disziplinierte, leidenschaftliche Pilotin und "deutsche Patriotin", andererseits eine Person, die durch ihre tiefe Verstrickung in die NS-Propaganda historisch stark kritisiert wird. Trotz ihrer politischen Vergangenheit genoss sie auch in späteren Jahren aufgrund ihrer fliegerischen Brillanz eine gewisse Bewunderung.


  1. Hanna Reitsch - Hitler's Pilot (Interspot) – Eine Dokumentation über ihr Leben zwischen Propaganda und fliegerischem Ausnahmetalent.
  2. Hanna Reitsch: Fliegen – Mein Leben (Lindenbaum-Verlag) – Ihre Autobiografie als wichtiges Zeitzeugnis ihrer Sicht auf das „Dritte Reich“.
  3. Oldtimer Segelflug Vereinigung Schweiz (OSV) – Beleg für ihre fliegerische Verbindung zur Schweiz anhand der Taufe einer SF-26.

Vielleicht auch interessant


Andrea Berg

Annie Jump Cannon

Cordell Hull

Daniel Bovet

Dion DiMucci

Edward Norton

Georges Méliès

Jaan Kross

James Fenimore Cooper

Jean Marais

Jeremy Irons

Johann Maria Farina

Joshua Slocum

Jude Law

Jules Henri Poincaré

Kim Clijsters

Marco van Basten

Maria de Medici

Maria Ehrich

Martinus J. G. Veltman

Orville Wright

Peter Grünberg

Robert Schumann

Sibylle Berg

Wilhelm Lehmbruck
War das hilfreich?
Personen
Hanna Reitsch
Hanna Reitsch war eine deutsche Fliegerin und Flugpionierin, die vor, im und nach dem Zweiten Weltkrieg über 40 Rekorde erflog (u. a. erste Frau, die 1937 zum Flugkapitän ernannt wird und die einen Helikopter, ein Raketenflugzeug sowie ein Jet-Flugzeug fliegt). Sie wurde am 29. März 1912 in Hirschberg im Riesengebirge (heute Jelenia Gora) in Deutschland (heute Polen ) geboren und starb mit 67 Jahren am 24. August 1979 in Frankfurt am Main. 2019 jährte sich ihr Geburtstag das 107. Mal.
Hanna Reitsch
Quelle: geboren.am