Hedwig Bollhagen: Eine Ikone der modernen Keramikkunst
Hedwig Bollhagen (1907–2001) gilt als eine der bedeutendsten deutschen Keramikerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr Schaffen ist geprägt von dem Credo, zeitlos schöne, einfache und zweckmäßige Gebrauchskeramik zu erschaffen.
Biografie und Werdegang
- Frühe Jahre: Geboren 1907 in Hannover, wurde sie früh an das Handwerk herangeführt.
- Anfänge in Velten: Bereits als Neunzehnjährige übernahm sie die Leitung der Malabteilung der Steingutfabrik Velten-Vordamm. Dort entwickelte sie ihren unverwechselbaren Stil, der von ihrem Mentor Hermann Harkort als „Strichelchenmanie“ bezeichnet wurde.
- HB-Werkstätten: Nach der Übernahme der Hael-Werkstätten gründete sie die HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz, die sie über sieben Jahrzehnte lang prägte. Die Werkstätten gelten als die einzige direkt aus dem Bauhaus hervorgegangene Manufaktur, die bis heute besteht.
Künstlerisches Erbe
Bollhagen nutzte einfache geometrische „Vokabeln“ – Punkte, Striche und Formen –, um eine enorme Vielfalt an Dekoren zu schaffen. Ihre Arbeiten sind international als Sammlerstücke anerkannt und finden sich in bedeutenden Museen, wie etwa dem Museum für Gestaltung Zürich, das Werke von ihr in seiner Sammlung führt.
Verbindungen zur Schweiz
Die Bedeutung von Hedwig Bollhagen reicht weit über Deutschland hinaus. Es bestanden historische und kulturelle Verbindungen in die Schweiz:
- Künstlerischer Austausch: Persönlichkeiten wie der Schweizer Keramiker Werner Burri arbeiteten als freie Künstler in den HB-Werkstätten bei Hedwig Bollhagen. Burri, der auch Kontakte zur Thuner Majolika pflegte, ist ein zentraler Akteur in diesem deutsch-schweizerischen künstlerischen Austausch.
- Design-Präsenz: Das Design von Bollhagen genießt in der Schweiz bis heute hohe Wertschätzung. So wurde beispielsweise die „Giesskanne 766“ in Schweizer Medien wie dem Magazin Annabelle (April 2020) im Rahmen kuratierter Design-Objekte prominent präsentiert.
Vermächtnis
Heute wird ihr Erbe durch das Ofen- und Keramikmuseum in Velten (Hedwig Bollhagen Museum) bewahrt, das ihren Nachlass dauerhaft ausstellt. Ihr Lebenswerk dient zudem als Inspiration für nachfolgende Generationen, unter anderem durch das Hedwig-Bollhagen-Gymnasium, das ihre Zielstrebigkeit und künstlerische Integrität als Leitbild hervorhebt.
Die besten Links zum Thema
- Ofen- und Keramikmuseum // Hedwig Bollhagen Museum
- Museum für Gestaltung Zürich (Sammlung Kunstgewerbe)
- Werner Burri – Keramikgeschichte (Ceramica CH)
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