Heidelerche Vogel

Die Heidelerche – Melancholischer S��nger der Schweizer Trockenrasen

Die Heidelerche (Lullula arborea), auch bekannt als „Lulu“, ist ein auffälliger und charakteristischer Brutvogel halboffener, trockener Landschaften. Ihr melancholisch-flötender Gesang „lülülülü“ ist besonders im Frühling und Frühsommer in den Berglagen und auf trockenen Hochflächen zu hören. In der Schweiz gilt die Art als stark gefährdet und steht auf der Roten Liste.

Merkmale und Lebensweise

Die Heidelerche ist etwas kleiner und schlanker als die Feldlerche. Im Flug erkennt man die weissen Schwanzseiten und die kurzen, abgerundeten Flügel. Sie brütet am Boden, bevorzugt lückige Vegetation mit offenen Bodenstellen, einzelnen Bäumen oder Sträuchern. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, Spinnen und Samen. Im Gegensatz zur Feldlerche singt sie oft von erhöhten Sitzwarten oder in kreisenden Singflügen.

Verbreitung und Bestand in der Schweiz

In der Schweiz existieren heute nur noch wenige regionale Verbreitungsschwerpunkte:

  • Jura (insbesondere Naturpark Thal – einer der wichtigsten Bestände der Schweiz)
  • Zentralwallis (Rückkehr in Rebberge nach starkem Rückgang in den 1980er Jahren)
  • Randen im Kanton Schaffhausen (seit 2013 erfolgreiches Artförderungsprojekt mit Buntbrachen, extensive Bewirtschaftung und gezielter Förderung)
  • Rheintal und einzelne Berglagen

Im Kanton Schaffhausen war die Heidelerche ab 1987 nur noch als Durchzügler bekannt. Durch gezielte Massnahmen (Erhöhung der Buntbrachen von 4 auf 38, Flächen von 1 auf über 10 Hektaren) konnte sie seit 2014 den Randen und die Klettgauer Rebberge wiederbesiedeln. Weitere Neubesiedlungen erfolgten in Hägliloh-Beringen, Chlosterfeld-Hemmental, Heidenboom-Beggingen und seit 2021 auf den Reiathöfen-Opfertshofen.

Der Naturpark Thal und der Parc Chasseral setzen sich aktiv für den Erhalt der Art ein, unter anderem durch extensive Weidebewirtschaftung, Offenhaltung von Bodenflächen und das Anlegen von Steinhaufen.

Bedrohung

Hauptursache des starken Rückgangs ist die Intensivierung der Landwirtschaft, die zu Verbuschung, Düngung und dem Verlust offener, lückiger Strukturen führt. Die Heidelerche ist ein typischer „Verlierer“ der modernen Agrarlandschaft.

  1. Monitoring Heidelerche – CALANDRA – Detaillierter Bericht zum erfolgreichen Förderprojekt auf dem Randen (Schaffhausen)
  2. Die Heidelerche – klangvolle Wächterin der Bergkämme – Sehr guter Übersichtsartikel des Parc Chasseral mit Massnahmen für Landwirte
  3. Naturpark Thal: Heidelerche – Information zum zweiten grossen Schweizer Verbreitungsschwerpunkt

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Der flötende Gesang der Heidelerche gehört zu den schönsten der Vogelwelt und ist tagsüber wie auch nachts zu hören. Die trillernd oder melancholisch klingenden, zum Schluss hin abfallenden Strophen haben der Heidelerche ihren wissenschaftlichen Gattungsnamen Lullula und den französischen Namen Alouette lulu eingebracht. Ihre bevorzugten offenen, eher trockenen und mit lückiger Vegetation versehenen Lebensräume sind rar geworden, und vielerorts ist ihr Gesang bereits verstummt.
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