Henry Heimlich: Leben, Vermächtnis und Bedeutung
Dr. Henry J. Heimlich (1920–2016) war ein US-amerikanischer Chirurg, der durch die Entwicklung des nach ihm benannten „Heimlich-Manövers“ weltweite Bekanntheit erlangte. Diese lebensrettende Technik zur Befreiung der Atemwege bei Erstickungsnotfällen ist heute fester Bestandteil der Erste-Hilfe-Ausbildung.
Biografie und das Heimlich-Manöver
- Erfindung: In den 1970er Jahren entwickelte Heimlich ein Verfahren, um Fremdkörper aus der Luftröhre zu entfernen, indem durch ruckartige Stöße auf den Oberbauch der Druck im Brustkorb erhöht wird.
- Praxis im Alter: Ein bemerkenswerter Höhepunkt seiner Karriere ereignete sich, als er im Alter von 96 Jahren in einer Seniorenresidenz selbst das Manöver anwendete, um einer 87-jährigen Mitbewohnerin das Leben zu retten. Dies war das erste und einzige Mal, dass er die von ihm entwickelte Technik an einer lebenden Person in einer Notsituation anwandte.
Bedeutung in der Schweiz
Das Heimlich-Manöver ist auch in der Schweiz ein unverzichtbarer Teil der medizinischen Notfallversorgung:
- Leitlinien: Schweizer Organisationen, wie etwa der Schweizerische Samariterbund, übernehmen bei der Ausbildung zur Ersten Hilfe die Empfehlungen des European Resuscitation Council (ERC).
- Vorgehensweise: In der Schweiz wird bei einer bewusstseinsklaren Person, die an einem Fremdkörper erstickt, ein gestuftes Vorgehen gelehrt: Zuerst werden bis zu fünf kräftige Rückenschläge durchgeführt. Erst wenn diese nicht zum Erfolg führen, kommt das Heimlich-Manöver zum Einsatz.
- Ausbildung: Für das realitätsnahe Training werden in der Schweiz spezielle Hilfsmittel wie der „ActFast-Trainer“ eingesetzt, um den Handgriff ohne Verletzungsrisiko für Übungspartner zu erlernen.
Es ist wichtig zu beachten, dass nach einer erfolgreichen Anwendung des Heimlich-Manövers – auch wenn der Fremdkörper entfernt wurde – zwingend eine ärztliche Untersuchung erfolgen sollte. Dies dient dazu, mögliche innere Verletzungen, die durch den hohen Druck des Handgriffs entstanden sein könnten, auszuschließen. Während der Ersthelfer die Maßnahmen durchführt, sollte idealerweise eine weitere Person den Notruf (in der Schweiz die 144) absetzen.
- Heimlich (96) wendet erstmals das Heimlich Manöver an - First-Responder.ch
- Heimlich-Handgriff: So rettest du Leben bei Verschlucken (rafuna.ch)
- Schweizerischer Samariterbund (Hintergrund zu Erste-Hilfe-Leitlinien via rafuna.ch)
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