Hermann Staudinger: Wegbereiter der Polymerchemie

Hermann Staudinger (1881–1965) war ein bedeutender deutscher Chemiker, der durch seine revolutionäre Theorie der Makromoleküle die moderne Kunststofftechnik begründete. Seine Karriere war eng mit der Schweizer Wissenschaftslandschaft verbunden.

Akademische Laufbahn und Schweiz-Bezug

Ein prägender Teil von Staudingers Leben fand in der Schweiz statt:

  • Professur an der ETH Zürich: Von 1912 bis 1926 lehrte und forschte Staudinger als Professor an der ETH Zürich. Diese Zeit legte den Grundstein für seine Entdeckungen.
  • Wissenschaftliche Vernetzung: Er publizierte 1922 in der Helvetica Chimica Acta seinen wegweisenden Aufsatz, in dem er den Begriff „Makromolekül“ prägte und die Polymerisation theoretisch untermauerte.
  • Ehrungen: Die ETH Zürich würdigt sein Erbe bis heute gemeinsam mit dem Metallurgen Robert Durrer durch die Verleihung des prestigeträchtigen Staudinger-Durrer-Preises an herausragende Wissenschaftler im Bereich der Materialwissenschaften.

Der Kampf um die „Riesenmoleküle“

Staudingers Theorie, dass Polymere aus langen, kovalent gebundenen Molekülketten bestehen, traf in den 1920er Jahren auf heftigen Widerstand. Führende Chemiker und Mineralogen (wie etwa der Schweizer Paul Niggli) lehnten das Konzept ab und hielten die Theorie der „Riesenmoleküle“ für abwegig. Staudinger ließ sich jedoch nicht beirren und setzte sich gegen die wissenschaftlichen Dogmatiker durch, was 1953 in der Verleihung des Nobelpreises für Chemie gipfelte.

Privates Umfeld und Dora Staudinger

Hermann Staudinger war von 1906 bis 1926 mit Dora Staudinger (geb. Förster) verheiratet. Dora Staudinger war eine engagierte Sozialreformerin und Pionierin des sozialen Wohnungsbaus in Zürich. Während ihrer gemeinsamen Jahre in der Schweiz unterstützte sie ihren Mann maßgeblich bei seiner wissenschaftlichen Arbeit, während sie gleichzeitig eigene soziale und politische Projekte vorantrieb.


  1. Staudinger's makromolekularer Kampf gegen wissenschaftliche Dogmatiker
  2. ETH Zürich: Staudinger-Durrer Prize
  3. Sozialarchiv: Biografie Dora Staudinger

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Personen
Hermann Staudinger
Hermann Staudinger war ein deutscher Chemiker und Träger des Nobelpreises für Chemie 1953 "für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der makromolekularen Chemie". Er wurde Anfang der 1880er-Jahre am 23. März 1881 in Worms geboren und verstarb am 8. September 1965 mit 84 Jahren in Freiburg im Breisgau. 2019 jährte sich sein Geburtstag zum 138. Mal.
Hermann Staudinger
Quelle: geboren.am