Die Windelschnecken: Kleine Bioindikatoren mit großer Verantwortung

Die Gattung Vertigo, zu der unter anderem die Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior) und die Bauchige Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) gehören, umfasst winzige, aber ökologisch hochrelevante Weichtiere. Aufgrund ihrer spezifischen Lebensraumansprüche dienen sie als wertvolle Bioindikatoren für den Zustand von Feuchtgebieten.

Merkmale und Biologie

  • Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior): Sie ist sehr klein und gilt als ausgesprochen empfindliche Art. Ihr Vorkommen ist ein starkes Indiz für die Qualität von Kalkniedermooren.
  • Bauchige Windelschnecke (Vertigo moulinsiana): Sie ist die größte Windelschneckenart in Mitteleuropa (bis zu 2,5 mm). Sie ist nachtaktiv und reagiert empfindlich auf strenge Winter sowie niedrige Temperaturen, da sie als Reliktart aus wärmeren nacheiszeitlichen Perioden stammt.

Lebensraum und Ökologie

Beide Arten sind streng an feuchte Habitate gebunden:

  • Habitate: Sie besiedeln bevorzugt Kalkniedermoore, Röhrichte, Großseggenriede und nährstoffarme Feuchtwiesen.
  • Gefährdung: Durch die Zerstörung von Feuchtgebieten, Entwässerungsmaßnahmen und unsachgemäße Mahd (insbesondere in der Vegetationsphase) sind die Bestände stark gefährdet.
  • Schutzstatus: Sie sind durch die europäische FFH-Richtlinie (Anhang II) geschützt. Dies bedeutet, dass bei Bauvorhaben oder Landschaftspflegemaßnahmen in ihrem Lebensraum (wie etwa in FFH-Gebieten wie der "Hohen Schrecke") besondere Schutzauflagen gelten.

Situation in der Schweiz und im Alpenraum

Obwohl die bereitgestellten Daten primär den deutschen Raum abdecken (z. B. Thüringen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz), ist die Problematik der Windelschnecken in der Schweiz und dem angrenzenden Alpenraum vergleichbar. Auch hier stehen kleinflächige, feuchte Biotope durch Intensivierung der Landwirtschaft unter Druck. In der Schweiz führen Naturschutzfachstellen regelmäßig Monitoring-Programme durch, um die hochspezialisierten Weichtiere in ihren verbliebenen, oft isolierten Habitaten zu erhalten. Schutzmaßnahmen wie die Vermeidung von Entwässerung und eine ökologisch angepasste Mahd sind essenziell, um die für diese Arten kritischen Feuchtgebiete zu bewahren.


  1. Stiftung Naturschutz Thüringen - Schmale Windelschnecke
  2. Natura 2000 LSA - Bauchige Windelschnecke
  3. Naturpark Uckermärkische Seen - Bauchige Windelschnecke

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Sehr kleines, konisches Gehäuse, langgezogen, zum Apex hin gleichbleibend in der Form. Flacher Apex. Gehäuseumgange deutlich gewölbt, fein gestreifte Skulptur. Gehäusemündung klein und rundlich, ohne Zähne
Fundorte
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Lat. Bezeichnung
Columella columella
Hohe Windelschnecke
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Quelle: info fauna CSCF