Filmporträt: „Hungern gegen Wände“ – Ein Zeugnis über das Leben nach der Haft

Der Film „Hungern gegen Wände“ ist ein dokumentarisches Werk des Winterthurer Schriftstellers und Filmemachers Yusuf Yesilöz. Er befasst sich mit dem Schicksal des Kurden Cemal Miran, der aufgrund seines politischen Engagements neun Jahre in türkischen Gefängnissen verbrachte.

Kernaspekte des Films

  • Thematik: Der Film beleuchtet die langfristigen Folgen von Folter und Hungerstreiks. Er begleitet Cemal Miran und ehemalige Haftkollegen dabei, wie sie versuchen, ihr Leben trotz körperlicher Behinderungen und Traumata in der Schweiz neu aufzubauen.
  • Hintergrund: Cemal Miran wurde 1989 aus dem Todestrakt entlassen und floh 1993 in die Schweiz. Der Film dient als Brücke, um die Situation ehemaliger Gefangener für die Außenwelt verständlich zu machen.
  • Rezeption & Ausstrahlung: Das Porträt wurde auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt (u.a. in Zürich, Berlin, London und Glasgow) und fand auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (SF 1/2, 3sat, ZDF) Beachtung.
  • Soziologischer Kontext: Der Film thematisiert zudem das Pendeln zwischen den Kulturen. Kurdisch-türkische Einwanderer in der Schweiz leben oft zwischen zwei Heimaten, wobei die Wahrnehmung der Heimat sich durch die Distanz und die eigene Geschichte stetig verändert.

Einordnung

„Hungern gegen Wände“ ist weit mehr als eine Biografie; es ist eine Auseinandersetzung mit der menschlichen Resilienz und der Frage, wie unterschiedlich Menschen ihre traumatischen Erfahrungen verarbeiten. Yusuf Yesilöz gelingt es, die „Wände“ – sowohl die physischen Gefängnismauern als auch die psychologischen Barrieren – durch Begegnungen und Erzählungen für den Zuschauer greifbar zu machen.


  1. yesiloez.ch - Filmografie F01: Hungern gegen Wände
  2. Limmat Verlag - Zwischen den Welten / Hungern gegen Wände
  3. Culturactif.ch - Rezension und Kontext zum Film (Hinweis: Inhaltlich über den Limmat Verlag verknüpft)

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Schweizer Filme
Hungern gegen Wände
Hungern gegen Wände
Switzerland, January 2004
Der Student Cemal Miran schliesst sich der demokratischen kurdischen Bewegung in der Türkei an. Er wird nach dem Militärputsch von 1980 verhaftet und auf massivste Art gefoltert. Das Militärgericht verurteilt ihn zum Tode. Gegen die Schikanen im Gefängnis wehrt er sich in einem vierzigtägigen Hungerstreik, in dessen Folge er ins Koma fällt. Cemal wacht als behinderter Mensch auf. 1989 wird das Todesurteil gegen ihn aufgehoben. Er wird freigelassen und flieht 1993 in die Schweiz. Ein Film über Folter, Hungerstreik und die Verarbeitung danach im Exil.
von Yusuf Yesilöz
KImehr über Hungern gegen Wände
Quelle: swissfilms.ch