Vielfalt des Begriffs „Il mio corpo“ in der Schweiz
Der Ausdruck „Il mio corpo“ (Mein Körper) findet in der Schweiz in sehr unterschiedlichen Kontexten Verwendung – von der Filmkunst über die soziale Prävention bis hin zu Gesundheitsinitiativen. Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Bereiche:
1. Film und Dokumentation
Im kulturellen Sektor ist „Il mio corpo“ ein bedeutender Dokumentarfilm des Regisseurs Michele Pennetta. Der Film wurde für den Prix du cinéma suisse 2021 nominiert. Er porträtiert in einer starken, fast poetischen Weise die Leben zweier Außenseiter auf Sizilien: Oscar, einen Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen, und Stanley, einen nigerianischen Migranten. Sizilien fungiert dabei beinahe als dritte Hauptfigur des Werks.
2. Prävention und Kinderschutz
Ein zentraler Bereich ist das Programm «Il mio corpo mi appartiene!» (Mein Körper gehört mir!), das von Protezione dell’infanzia Svizzera (Kinderschutz Schweiz) geleitet wird.
- Ziel: Vermittlung von Grenzen und Selbstbestimmung an Kinder und Jugendliche.
- Module: Es gibt altersgerechte Angebote von der Vorschule (4–6 Jahre) über das Primarschulalter (7–9 Jahre) bis hin zu Modulen für Jugendliche (14–16 Jahre, «Love Limits»).
- Zweck: Prävention von sexuellen Übergriffen durch Stärkung der persönlichen Integrität.
3. Selbstbestimmung und Gesellschaft
Der Slogan „Il mio corpo, la mia scelta“ wird in der Schweiz oft im Kontext politischer Initiativen und persönlicher Freiheitsrechte verwendet. Gruppen wie MASS-VOLL! nutzen diesen Begriff, um die körperliche Integrität und das Recht auf Selbstentscheidung in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten zu stellen – oft in Bezug auf Diskriminierungsfreiheit und individuelle Autonomie.
4. Medizin, Gesundheit und Literatur
Der Begriff wird zudem in persönlichen und gesundheitlichen Kontexten genutzt:
- Gesundheit: Die Krebsliga Schweiz begleitet Patienten, die auf ihrem Heilungsweg das Verhältnis zu ihrem Körper neu definieren müssen (z. B. Wunsch nach körperlicher und mentaler Leichtigkeit nach einer Krebserkrankung).
- Literatur: Werke wie „Prigioniero del mio corpo“ (Gefangen in meinem Körper) von Piermario Fenaroli thematisieren Resilienz und die menschliche Fragilität. Auch fiktionale Stoffe, wie „La donna che rubò il mio corpo“, nutzen das Konzept des „verlorenen“ oder „fremden“ Körpers als literarisches Motiv.
- Ästhetik: Lokale Schweizer Dienstleister (wie Estetica Monica im Tessin) nutzen den Begriff im Kontext von Körperpflege und ästhetischen Behandlungen.
Empfohlene Ressourcen
- Kinderschutz Schweiz: Il mio corpo mi appartiene – Offizielles Präventionsprogramm für Kinder und Jugendliche.
- EPIC-Magazine: Kritik zum Film „Il mio corpo“ – Analyse und Hintergrundinformationen zum preisgekrönten Dokumentarfilm.
- Krebsliga Schweiz: Unterstützung und Lebensgeschichten – Informationen und Betroffenenberichte zum Thema Körper und Gesundheit.
Vielleicht auch interessant
War das hilfreich?

