Übersicht: Befestigungsanlagen und die Bedeutung des Begriffs „Fang“ in der Schweiz

Der Begriff „Fang“ wird im schweizerischen Kontext in zwei völlig unterschiedlichen Bereichen verwendet: als militärische Bezeichnung für Verteidigungsanlagen (Infanteriewerke) und als fachsprachlicher Begriff in der Wildtierbiologie sowie der Fischerei.

1. Militärische Bedeutung: Infanteriewerke (Beispiel Frinvillier)

In der Schweizer Festungsgeschichte sind Infanteriewerke zentrale Bestandteile von Sperrstellen, die zur Verteidigung strategisch wichtiger Punkte (wie Tunnel oder Talengen) dienten. Ein prominentes Beispiel ist die Region Frinvillier, die Teil der ehemaligen Grenzbrigade 3 war. Hier finden sich diverse Anlagen:

  • Infanteriewerk La Reuchenette Est (A1590)
  • Infanteriewerk La Reuchenette Quest (A1591)
  • Infanteriewerk Frinvillier Ouest (A1593)
  • Infanteriewerk Frinvillier Est/Tunnel (A1592)

Diese Werke wurden meist in Felsformationen integriert und dienten dazu, den Zugang zu militärisch relevanten Infrastrukturen im Ernstfall durch Sperrfeuer oder Barrikaden zu sichern.

2. Ökologische Bedeutung: Fang und Telemetrie

Die Organisation KORA nutzt verschiedene „Fang“-Methoden zur Überwachung von Grossraubtieren (insbesondere Luchsen) in der Schweiz:

  • Methoden: Einsatz von Kastenfalle, MICS (einem spezialisierten Fangsystem) und Fussschlingenfallen.
  • Ziel: Die Tiere werden für wissenschaftliche Zwecke kurzzeitig gefangen, narkotisiert und mit einem Senderhalsband versehen, um ihre Wanderungsbewegungen zu erforschen.
  • Sicherheit: Bei der Standortwahl der Fallen wird streng darauf geachtet, keine gefährlichen Strukturen (wie steile Felspartien oder vielbefahrene Strassen) in der Nähe zu haben, um das Wohl der Tiere zu gewährleisten.

3. Sportfischerei: „Kapitale Fänge“

In der Schweizer Fischerei bezeichnet „Fang“ den erfolgreichen Abschluss einer Angelsession. Fachzeitschriften wie Petri-Heil pflegen Bestenlisten für „Kapitale Fänge“, bei denen Fangmeldungen aus Schweizer Gewässern prämiert werden. Behörden (wie die Kantone) führen zudem Statistiken über die Fangerträge in Seen und Flüssen (z. B. Zürichsee oder Linthkanal), um Bestandsentwicklungen von Fischarten wie Hecht oder Felchen zu dokumentieren.


  1. Festung Oberland: Sperrstelle Frinvillier – Detaillierte Übersicht über die Infanteriewerke und militärischen Anlagen.
  2. KORA: Monitoring Grossraubtiere (Fang & Telemetrie) – Fachinformationen zur wissenschaftlichen Fangmethodik bei Luchsen in der Schweiz.
  3. Petri-Heil: Reglement für kapitale Fänge – Offizielle Richtlinien für die Meldung und Dokumentation von Fangerfolgen in der Schweizer Fischerei.

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Infanteriewerk Im Fang
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Quelle: Wikipedia