Ingeborg Syllm-Rapoport: Eine wissenschaftliche und humanistische Biografie

Lebenslauf und Werdegang

Ingeborg Syllm-Rapoport (1912–2017) war eine bedeutende Kinderärztin und Neonatologin. Ihr beruflicher Weg war geprägt von tiefgreifenden historischen Einschnitten und einem unermüdlichen Engagement für Wissenschaft und Humanismus:

  • Akademische Verfolgung: Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde ihr 1938 während der NS-Zeit die mündliche Promotionsprüfung an der Universität Hamburg verwehrt. Erst 2015 – im Alter von 102 Jahren – legte sie diese Prüfung erfolgreich ab und erhielt ihren Doktortitel.
  • Wissenschaftliche Karriere: Sie spezialisierte sich auf die Neonatologie (Neugeborenenmedizin). Ihre Arbeit trug maßgeblich zur signifikanten Senkung der Säuglingssterblichkeit bei.
  • Wirkungsstätte DDR: Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Biochemiker Samuel Mitja Rapoport, prägte sie die medizinische Forschung in der DDR. Sie war überzeugt von sozialistischen Idealen und blieb diesen auch nach der Wiedervereinigung treu.
  • Persönlichkeit: Zeitgenossen und Kollegen beschrieben sie als warmherzigen, hilfsbereiten Menschen, der sich durch eine „kluge Toleranz“ und tiefen Humanismus auszeichnete.

Verbindung zur Schweiz

Obwohl ihr Lebensschwerpunkt in Deutschland (Berlin/Hamburg) lag, finden sich Bezüge zur Schweiz insbesondere durch die mediale und wissenschaftliche Rezeption ihres Lebenswerks. Das Glarean Magazin (ein Schweizer Online-Magazin) berichtete etwa in filmkritischen Analysen über ihre Darstellung in der ARD-Serie „Charité“, wodurch ihre Rolle als bedeutende Medizinerin auch im schweizerischen Diskurs über die deutsch-deutsche Wissenschaftsgeschichte verankert wurde.

Erbe und Ehrungen

Ingeborg Syllm-Rapoport hinterließ ein Erbe, das sowohl medizinische Exzellenz als auch politische Integrität vereint:

  • Ingeborg Rapoport Fellowship: Die Charité – Universitätsmedizin Berlin vergibt ein Stipendium in ihrem Namen, um exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen in einem frühen Stadium ihrer Karriere zu fördern.
  • Akademische und soziale Ehrungen: Namensgebungen von Hörsälen (z. B. am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) und Studierendenwohnheimen halten ihr Andenken als friedensbewegte und humanistisch engagierte Persönlichkeit wach.
  • Dokumentation: Ihr Leben, das in ihrer Autobiografie „Meine ersten drei Leben“ beschrieben wird, wurde zudem in der mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Dokumentation „Die Rapoports – Unsere drei Leben“ gewürdigt.

Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Ärztinnen der ersten Generation: Ingeborg Syllm-Rapoport (Ärztekammer Berlin)
  2. Ingeborg Rapoport Fellowship zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen (Charité)
  3. Zum Tod von Ingeborg Rapoport: Dokumentation und Würdigung (SDS Uni Hamburg)

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Personen
Ingeborg Rapoport
Ingeborg Syllm-Rapoport war eine renommierte deutsche Kinderärztin, die als Begründerin der Neugeborenenmedizin in der DDR gilt, ab 1969 an der Berliner Charité den ersten deutschen Lehrstuhl für Neonatologie innehatte und 2015 im Rekordalter von 102 Jahren nachträglich ihre 1938 angefertigte Doktorarbeit verteidigte. Sie wurde am 2. September 1912 in Kribi in Kamerun geboren und verstarb am 23. März 2017 mit 104 Jahren in Berlin. Ihr Geburtstag jährt sich 2019 zum 107. Mal.
Ingeborg Rapoport
Quelle: geboren.am