Irène Schweizer: Eine Ikone des Schweizer Jazz im Film

Irène Schweizer (1941–2024) galt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des europäischen Jazz. Als Pianistin, Avantgarde-Musikerin und politische Aktivistin prägte sie die Schweizer Musikszene über Jahrzehnte hinweg. Der Dokumentarfilm über ihr Leben und Werk würdigt eine Künstlerin, die zeitlebens keine Schubladen bediente und stets ihre eigene künstlerische Vision verfolgte.

Porträt einer Musikerin und Aktivistin

Der Film nähert sich der Persönlichkeit Irène Schweizer auf vielschichtige Weise an:

  • Musikalische Entwicklung: Von ihren Anfängen mit traditionellem Jazz über ihre Faszination für afrikanische Rhythmen bis hin zum Free Jazz wird ihr gesamter künstlerischer Werdegang beleuchtet.
  • Kollaborativer Geist: Der Film hebt ihre Fähigkeit hervor, durch intensive musikalische Partnerschaften – etwa mit Pierre Favre oder in verschiedenen Quartetten – stetig neue Wege zu gehen.
  • Politisches Engagement: Als Pionierin der Schweizer Frauenbewegung trug sie feministische Themen direkt in die Musikwelt und brach mit der damals männlich dominierten Jazz-Szene.
  • Künstlerisches Erbe: Der Film fungiert als Hommage an eine Frau, die "das unbändige Gefühl der Freiheit" nicht nur in ihren Kompositionen lebte, sondern auch durch ihr unermüdliches Engagement für die musikalische Unabhängigkeit.

Hintergründe und Produktion

Der Film bietet ein lebendiges Porträt einer Künstlerin, die trotz ihres Erfolgs und zahlreicher Auszeichnungen – darunter der Schweizer Musikpreis – eine gewisse Zurückhaltung bewahrte. Produktionen, die ihr Leben dokumentieren, dienen heute als wichtiges Zeitzeugnis für die Entwicklung der Avantgarde in der Schweiz und darüber hinaus. Der künstlerische Nachlass der Pianistin wird heute unter anderem durch den Verein «Freundinnen und Freunde von Irène Schweizer» und das Label Intakt Records gepflegt.

Empfohlene Ressourcen

Hier finden Sie die besten weiterführenden Informationen zu Irène Schweizer:

  1. Irène Schweizer – Das Wiki zur Lesbengeschichte der Schweiz
  2. Irène Schweizer (1941 - 2024) – Nachruf und Porträt der FONDATION SUISA
  3. Filminformationen zu Irène Schweizer via Swiss Films

Vielleicht auch interessant


Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Bach rencontre Buxtehude

Canzun Alpina

Charmeur

Das kalte Herz

Der kleine Vogel und die Bienen

Die Gentrifizierung bin ich. Beichte eines F...

Die kleine Hexe

D`ombres et d`ailes

Falten - Eine Auseinandersetzung mit dem Ält...

La danse des nymphes

La femme canon

La strada del marmo

Les guérisseurs

Magic Matterhorn

Muhai Tang

Out of Ordinary

Sangue del mio sangue

Sangue

Schalentiere

Storia probabile di un angelo: Fernando Birri

Zimmer ohne Aussicht
War das hilfreich?
Schweizer Filme
Irène Schweizer
Irène Schweizer
Switzerland, October 2005
Musik ist ihr Leben, das wusste sie schon als Zwölfjährige. Als Irène Schweizer dann in den 50er Jahren als Pianistin in Zürich auf die Bühne trat, war sie eine kleine Sensation. Frauen sangen und tanzten, aber spielten nicht Jazz! Der Flügel war ihr Begleiter und ihre Inspiration – in den verrauchten Jazzlokalen der 60er, im politischen Aufbruch der 70er, in der Frauenbewegung der 80er Jahre. Wenn sie ihn mit Armen und Ellenbogen als Schlaginstrument gebrauchte, war das Publikum nicht nur begeistert. Doch ihre radikalen Ideen, ihr Mut und ihre Offenheit für neue Einflüsse haben ihre Auftritte bis heute zu faszinierenden Erlebnissen gemacht. Das Porträt einer eigenwilligen, vielfältigen, international bekannten Künstlerin aus der Schweiz, die aktiv an den grossen politisch-kulturellen Veränderungen der letzten 50 Jahre teilgenommen hat
von Gitta Gsell
KImehr über Irène Schweizer
Quelle: swissfilms.ch