Filmporträt und Kontext: „Unerhört Jenisch“ und die jenische Identität in der Schweiz

Der Begriff „Jenisch“ ist in der Schweiz zweifach belegt: Zum einen verweist er auf eine jahrhundertealte, kulturelle Identität als Fahrende, zum anderen begegnet uns der Name „Jenisch“ prominent in der Schweizer Wirtschafts- und Museumslandschaft.

Unerhört Jenisch: Ein filmisches Zeugnis

Der Film „Unerhört Jenisch“ von Martina Rieder und Karoline Arn beleuchtet die Kultur und die Musik der Jenischen in der Schweiz. Als Teil der Schweizer Kulturszene thematisiert das Werk die Geschichte und das Leben einer Gemeinschaft, die ihre Wurzeln in einer eigenen Sprache und Tradition hat. Der Film wird regelmäßig im Rahmen kultureller Veranstaltungen, wie etwa im Verein Zitrone, gezeigt und dient als wichtiges Medium, um die jenische Musikgruppe „Bündner Spitzbueba“ und deren kulturelles Erbe einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Historischer und gesellschaftlicher Hintergrund

  • Identität: Die jenische Sprache ist historisch tief in den sogenannten „Geheimsprachen“ (Rotwelsch) verwurzelt. Die Radgenossenschaft der Landstrasse leistet hier wichtige Aufklärungsarbeit, um das Verständnis für die jenische Geschichte, die oft mit Ausgrenzung und Verfolgung verbunden war, zu fördern.
  • Museale Bedeutung: Das Musée Jenisch Vevey ist eine bedeutende Schweizer Institution für Arbeiten auf Papier. Es wurde durch eine Schenkung der Witwe Fanny Jenisch ins Leben gerufen und pflegt bis heute eine bedeutende Sammlung, die weit über Vevey hinaus strahlt.
  • Wirtschaftliche Präsenz: Der Name Jenisch findet sich aktuell vor allem durch Jan Jenisch, den Präsidenten des Baustoffkonzerns Holcim, in den Medien. Seine geschäftlichen Aktivitäten, insbesondere die geplante strategische Neuausrichtung in den USA und seine hohe Vergütung, stehen regelmäßig im Fokus der Schweizer Wirtschaftspresse.

Zusammenfassung der Begriffe

Es ist wichtig, zwischen dem kulturellen Begriff „Jenisch“ (als Bezeichnung einer Minderheit der Fahrenden) und dem Familiennamen Jenisch (in der Schweizer Wirtschafts- und Stiftungsgeschichte) zu unterscheiden. Während Ersterer die Vielfalt der Schweiz prägt, repräsentiert Letzterer Institutionen wie das Kunstmuseum in Vevey oder massgebliche Management-Entscheidungen in der Schweizer Industrie.

  1. Unerhört Jenisch (Filmpräsentation Verein Zitrone)
  2. Woher kommt das Wort „Jenisch“? (Radgenossenschaft der Landstrasse)
  3. Musée Jenisch Vevey: Geschichte und Sammlung

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Jung und Jenisch
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Switzerland, August 2010
Ein Film über junge Jenische die trotz vieler Hindernisse in der sesshaften Gesellschaft ihre Kultur leben. Er geht der Frage nach, warum immer mehr junge Schweizer Fahrende wieder unterwegs sind und wie ihre Zukunft aussieht. Der Film begleitet Pascal, Miranda, Jeremy und Franziska, sie sind zwischen 17 und 25 Jahre alt und in eigenen Wohnwagen unterwegs.
von Martina Rieder, Karoline Arn
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Quelle: swissfilms.ch