Käferbergtunnel
Der Käferbergtunnel – Zürichs wichtiger Eisenbahntunnel
Übersicht
Der Käferbergtunnel ist ein 2.4 km langer Eisenbahntunnel in der Stadt Zürich. Er verbindet den Bahnhof Zürich-Altstetten mit dem Bahnhof Zürich Oerlikon und ist ein zentraler Bestandteil der Zürcher Westtangente sowie der Durchmesserlinie.
Der Tunnel wurde zwischen 1962 und 1967 gebaut und 1969 in Betrieb genommen. Er ermöglicht es Zügen, den Zürcher Hauptbahnhof zu umfahren, was besonders für den Güterverkehr und den Fernverkehr eine enorme Entlastung darstellt. Heute befahren täglich über 400 Züge den Tunnel, darunter Fern-, Regional- und Güterzüge.
Historischer und kultureller Hintergrund
Bereits kurz nach Baubeginn etablierte sich im Käferbergtunnel die traditionelle Barbarafeier. Die Heilige Barbara gilt als Schutzpatronin der Bergleute, Tunnelbauer und aller, die unter Tage arbeiten. Am 4. Dezember 1963 – nur etwa ein Jahr nach Baubeginn – fand im noch im Bau befindlichen Tunnel eine feierliche Barbarafeier statt, dokumentiert durch den Fotografen Jules Vogt.
Diese Feiern haben in der Schweiz eine lange Tradition, besonders im Tunnel- und Bergbau. Sie symbolisieren Schutz, Solidarität und den Respekt vor der gefährlichen Arbeit unter Tage. Interessanterweise wird in historischen Quellen auch der klassenkämpferische Aspekt der Heiligen Barbara hervorgehoben: Sie wandte sich von Reichtum ab und stellte sich auf die Seite der entrechteten Bergarbeiter.
Technische und verkehrliche Bedeutung
Der Käferbergtunnel weist eine sehr hohe Zuverlässigkeit auf. Zusammen mit der Neubaustrecke Mattstetten–Rothrist gehört er zu den Tunneln mit den höchsten Verfügbarkeitswerten im Schweizer Netz. Er ist Teil des stark belasteten Zürcher Eisenbahnnetzes und wird sowohl von Personen- als auch von Güterzügen intensiv genutzt.
Im Zusammenhang mit der Westtangente spielte der Tunnel eine wichtige politische Rolle. Die FDP des Wahlkreises 10 setzte sich Anfang der 2000er Jahre erfolgreich für einen Richtplaneintrag des Käferbergtunnels ein, um die Verkehrsverhältnisse langfristig zu verbessern.
Heute ist der Tunnel auch bei Eisenbahnfotografen beliebt. Besonders der Viadukt vor dem Tunneleingang bei der Hardbrücke bietet spektakuläre Aufnahmen von Zügen, die sich in die Höhe schrauben – ein Motiv, das vor der Ablösung der alten Regionalbahneinheiten (RBe) besonders häufig fotografiert wurde.
Beste weiterführende Links
- Die heilige Barbara, eine Schutzpatronin für die innere Wärme – ETHeritage-Artikel mit historischen Fotos der Barbarafeier von 1963
- 50 Jahre Westtangente – die FDP 10 war nicht untätig – Politischer Hintergrund und Richtplaneintrag des Tunnels
- Der letzte Sommer der RBe – Schöne historische Aufnahmen von Zügen am Viadukt zum Käferbergtunnel
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