Pflanzenporträt: Das Kahle Bruchkraut (Herniaria glabra)

Das Kahle Bruchkraut ist eine unscheinbare, aber vielseitige Pflanze, die in Deutschland weit verbreitet ist. Während sie von manchen als „Unkraut“ in Gehwegritzen wahrgenommen wird, schätzen Gärtner und Apotheker sie als robusten Bodendecker sowie als anerkannte Heilpflanze.

Botanische Merkmale und Lebensweise

  • Wuchs: Sehr flach, teppichartig, Wuchshöhe meist nur 1–5 cm.
  • Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
  • Standort: Bevorzugt volle Sonne, sandige, karge und mäßig saure Böden. Es findet sich häufig in Steinspalten, auf Schotterflächen oder als „duckmäuseriger“ Besiedler von Wegen.
  • Besonderheit: Es bildet keine neuen Triebe aus der Wurzel, wenn diese beschädigt wird. Es ist immergrün und eignet sich daher gut als pflegeleichter Rasenersatz für trockene Flächen.

Verwendung als Heilpflanze

In Deutschland ist das Kahle Bruchkraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt. Die Verwendung des Krauts (Herniariae herba) unterliegt unter anderem den Monographien des Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC).

  • Anwendungsgebiete: Traditionell wird es unterstützend bei geringfügigen Harnwegsbeschwerden eingesetzt. Die Wirkung beruht primär auf einer Erhöhung der Urinmenge, was zu einer „Durchspülung“ der Harnwege führt.
  • Zubereitung: Klassisch als Tee (1,5 bis 3 g Kraut mit 150 ml heißem Wasser übergießen, nicht kochen). Oft wird es in der Volksmedizin mit Bärentraubenblättern kombiniert.
  • Alternative Namen: Harnkraut, Windkraut, Dürrkraut oder Jungfernkraut.

Gartenbauliche Einschätzung

Die Meinungen über das Kahle Bruchkraut im Garten gehen auseinander:

  • Pro: Ideal als trittfester Bodendecker und Lückenfüller zwischen Pflastersteinen.
  • Contra: Aufgrund seiner Selbstaussaat kann es sich in Steingärten unkontrolliert ausbreiten. Wer es einmal hat, sollte es jedoch nicht zwingend bekämpfen, da es bei der Bodenbegrünung in schwierigen Lagen gute Dienste leistet.

Empfohlene Ressourcen

  1. Heilpflanzen-Atlas: Bruchkraut – Umfangreiche Informationen zu Anwendung, Dosierung und Monographien.
  2. Flora Emslandia: Herniaria glabra – Detaillierte botanische Merkmale und Artenbeschreibung.
  3. Wiesenwohl: Bruchkraut – stets zu Füßen – Informationen zum Hintergrund der medizinischen Anerkennung durch die EMA/HMPC.

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Blumen
Kahles Bruchkraut
Gattung
Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Blütezeit
Juni bis August
Vorkommen
kollineKolline Stufe (Hügelstufe: bis ca. 900m)
bis
subalpineSubalpine Stufe (Gebirgsstufe: ab 1500 bis ca. 2200m)
Stufe
Kahles Bruchkraut
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