Kanadische Seeforelle Fisch

Kanadische Seeforelle (Salvelinus namaycush) – Der König der Schweizer Bergseen

Einführung und Herkunft

Die Kanadische Seeforelle, auch Kanadischer Saibling oder Namaycush genannt, ist kein heimischer Fisch der Schweiz. Sie wurde bereits im 19. Jahrhundert aus Nordamerika eingeführt und hat sich seither vor allem in kalten, sauerstoffreichen Bergseen hervorragend etabliert. Im Gegensatz zur einheimischen Seeforelle (Salmo trutta lacustris) bevorzugt sie deutlich tiefere und kältere Gewässer.

Merkmale und Biologie

  • Körperbau: In der Jugend schlank, im Alter sehr gedrungen und kräftig
  • Färbung: Typische helle, unregelmässige Flecken auf dunklem Grund (ähnlich wie beim Bachsaibling)
  • Grösse: In Schweizer Bergseen werden häufig Exemplare zwischen 50 und 80 cm gefangen. Rekorde liegen bei über 110 cm und mehr als 14 kg.
  • Temperaturanspruch: Extrem kälte tolerant – sie fühlt sich bereits ab 4 °C wohl und meidet warmes Wasser (>15 °C).
  • Ernährung: Räuberisch. Sie ernährt sich von Kleinfischen (Elritzen, Jungforellen, Egli, Felchen), Insektenlarven und frisst gelegentlich auch Aas.

Vorkommen in der Schweiz

Im Kanton Bern ist die Kanadische Seeforelle in folgenden Bergseen heimisch:

  • Arnensee
  • Oeschinensee
  • Gelmersee
  • Engstlensee

Weitere starke Populationen existieren unter anderem im Klöntalersee (Glarus), im Lac de Joux (Waadtländer Jura) sowie in verschiedenen Seen Graubündens. Dank des reichhaltigen Nahrungsangebots (vor allem Felchen und Egli) erreichen die Fische in manchen Seen beeindruckende Grössen und Gewichte.

Fischerei auf Kanadische Seeforelle in der Schweiz

In den Bergseen wird sie vor allem auf zwei Arten erfolgreich befischt:

  1. Grundbleifischen (Sommerhalbjahr) mit Bienenmaden oder toten Köderfischen
  2. Hegene vom Boot aus
  3. Spinnfischen mit der Spinnrute (besonders erfolgversprechend im Klöntalersee und ähnlichen Gewässern)

Wichtig ist robustes Gerät: Mindestens 0,30er Vorfach und eine starke Rute, da kapitale Exemplare enorme Kräfte entwickeln können.

Unterschied zur einheimischen Seeforelle

Während die einheimische Bodensee- oder Alpenseeforelle eher in grösseren Voralpenseen und Flüssen vorkommt und stark gefährdet ist (Rote Liste), ist die kanadische Art deutlich robuster und an sehr kalte, hochgelegene Bergseen angepasst. Sie wird deshalb oft als „Bergsee-Spezialist“ bezeichnet.


  1. Kanadische Seeforelle – BKFV
    Offizielle Informationen des Bernischen Kantonalen Fischereiverbandes mit Biologie und Vorkommen in Berner Bergseen.

  2. Seeforelle Fischen am Bergsee – petri-heil.ch
    Sehr guter Praxisbericht über das Fischen auf (kanadische) Seeforellen in Schweizer Bergseen inklusive Fangtipps.

  3. Fische in Graubünden – Fischereiverein Chur
    Informativer Artikel über die Geschichte und aktuelle Situation der kanadischen Seeforelle in den Bündner Bergseen.

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Kanadische Seeforelle
In der Jugend schlanker, im Alter gedrungener Körper. Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse. Schuppen klein. Pflugscharbein ohne Zähne. Rücken graugrün mit heller gelblicher Marmorierung, Flanken heller, mit gelblichen Punkten; Bauch weisslich. Maximallänge bis 120 cm.
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Quelle: vol.be.ch