Kander Fluss
Die Kander – Gl��nzender Wildbach des Berner Oberlands
Die Kander ist einer der bekanntesten und charakteristischsten Flüsse der Schweiz. Sie entspringt auf rund 2'100 Metern über Meer am Kanderfirn im Gasterntal (Kanton Bern) und fliesst über eine Länge von etwa 46 Kilometern durch das Frutigtal, bevor sie bei Gwatt/Einigen in den Thunersee mündet. Ihr keltischer Name „Kandara“ bedeutet „die Glänzende“ oder „die Weisse“ – ein treffender Name für den oft milchig-türkisen Wildbach mit hohem Geschiebetrieb.
Verlauf und Landschaft
Die Kander durchfliesst drei sehr unterschiedliche Abschnitte:
- Gasterntal: Wildromantischer Ursprung mit steilen Felswänden und Alpencharakter. Hier ist die Kander noch ein typischer Gebirgsbach.
- Frutigtal: Ab der Vereinigung mit der Engstlige bei Frutigen wird das Tal breiter. Die Kander mäandriert teilweise natürlich durch Auen und das Gastereholz.
- Unterlauf Kandertal: Nach der Mündung der Simme bei Wimmis fliesst die Kander durch das enge untere Kandertal, wo sie in den letzten Kilometern in einem künstlichen, aber ökologisch aufgewerteten Bett verläuft, bevor sie im Kanderdelta in den Thunersee mündet.
Historische Bedeutung – Der Kanderdurchstich von 1714
Die Kander hat Schweizer Gewässergeschichte geschrieben. Im Jahr 1714 wurde mit dem Kanderdurchstich die erste grosse Flusskorrektion der Schweiz durchgeführt. Damals wurde der Fluss von seinem natürlichen Lauf in den damals noch existierenden „Kandersee“ (heute Teil des Thunersees) umgeleitet. Diese Massnahme schützte die Region vor Überschwemmungen und prägt bis heute das Landschaftsbild zwischen Spiez und Thun.
Ökologie und Revitalisierung
Jahrhundertelang wurde die Kander durch Querbauwerke, Begradigungen und Geschiebesperren stark verändert. Besonders die Seeforelle aus dem Thunersee konnte nicht mehr in die oberen Laichgebiete aufsteigen.
Moderne Projekte wie die Gewässerrevitalisierung Kander Zrydsbrügg (Frutigen) und das Gesamtkonzept „Kander.2050“ haben zum Ziel, die Durchgängigkeit für Fische wiederherzustellen, Auen zu renaturieren und gleichzeitig den Hochwasserschutz zu gewährleisten. Die Massnahmen werden eng mit dem Fischereiinspektorat des Kantons Bern abgestimmt.
Besonderheiten
- Die Kander ist ein wichtiges Aufstiegsgewässer für kapitale Seeforellen.
- Im Frutigtal steht eine etwa 600–700 Jahre alte Eiche mit dem dicksten Stamm der Schweiz in der Nähe des Flusses.
- Die Kander wird von Wanderern und Flussliebhabern sehr geschätzt – es existiert ein durchgehender Kiesweg entlang des Dammes von Reichenbach bis Frutigen.
Beste 3 Links zur Kander:
Kander – schweizerfluss.ch
Umfassendste Informationsseite zum gesamten Fluss mit detailliertem Verlauf.
Gewässerrevitalisierung Kander Zrydsbrügg
Aktueller Bericht über die ökologische Aufwertung und das Projekt „Kander.2050“.
Angeln in der Kander – BKFV
Detaillierte Beschreibung der einzelnen Flussabschnitte und ihrer fischereilichen Bedeutung.
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