Der Kieferntriebwickler (Rhyacionia buoliana): Steckbrief eines forstlichen Schädlings

Der Kieferntriebwickler ist ein Kleinschmetterling aus der Familie der Wickler (Tortricidae), der vor allem in Kiefernbeständen, Gärten und Aufforstungen als Schädling in Erscheinung tritt. Auch in der Schweiz ist er ein bekannter Akteur in Nadelholzbeständen.

Biologie und Lebenszyklus

  • Merkmale: Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 16 bis 24 mm. Die Flügeloberseiten sind typischerweise rotbraun bis orangefarben mit silbrigen Querbändern.
  • Flugzeit: Die Imagines fliegen in den Sommermonaten von Juni bis August.
  • Fortpflanzung: Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen direkt an die Knospen der Wirtspflanzen.
  • Entwicklung: Die Raupen bohren sich nach dem Schlüpfen in die Knospen und später in die Triebspitzen ein. Dies führt zu charakteristischen Wachstumsstörungen.

Schadbild und Auswirkungen

Der Kieferntriebwickler gilt als bedeutender Schädling an verschiedenen Kiefernarten (z. B. Waldkiefer, Schwarzkiefer, Weymouth-Kiefer, Steinkiefer).

  • Symptome: Durch den Fraß in den Knospen und Triebspitzen kommt es zur sogenannten „Knospensucht“ oder Wachstumsstockung. Die befallenen Triebe verkrümmen sich oft hakenförmig („Posthörnchenbildung“), was den Habitus des Baumes dauerhaft beeinträchtigen kann.
  • Bedeutung: Besonders in jungen Kulturen kann ein starker Befall zu massiven Zuwachsverlusten und Deformationen führen.

Bekämpfung und Schutz

  • Natürliche Feinde: Vögel, Schlupfwespen und Raubwanzen reduzieren die Population auf natürliche Weise.
  • Biologische Maßnahmen: Es existieren spezifische Granulosevirus-Präparate, die hochselektiv gegen die Larven des Kieferntriebwicklers wirken.
  • Prävention: In forstwirtschaftlichen Kulturen wird auf eine gute Bestandsführung geachtet, um durch Stressfaktoren (wie Trockenheit oder Staunässe) geschwächte Bäume zu vermeiden, da diese anfälliger für einen Befall sind.

Regionale Relevanz (Schweiz)

In der Schweiz tritt der Kieferntriebwickler sowohl in natürlichen Kiefernbeständen als auch in Gartenanlagen oder Parks auf, in denen Kiefern als Ziergehölze gepflanzt wurden. Er ist bei Fachleuten im Gartenbau und in der Forstwirtschaft als Ursache für Triebschäden bekannt.


  1. Kieferntriebwickler (Renovita) – Informationen zu Befall und Identifikation
  2. Artportrait bei Digital Nature (Rhyacionia buoliana)
  3. Pflanzengallen-Verzeichnis – Übersicht zur Knospensucht

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