Die Kleine Walddeckelschnecke (Cochlostoma septemspirale): Ein biologisches Unikat

Die Kleine Walddeckelschnecke (Cochlostoma septemspirale) ist ein faszinierendes Weichtier, das aufgrund seiner speziellen Anatomie und ökologischen Ansprüche eine Sonderrolle unter den Landtieren einnimmt. Sie wurde zum „Weichtier des Jahres 2026“ gekürt.

Biologische Besonderheiten

  • Atmung: Im Gegensatz zu den meisten anderen landlebenden Schnecken, die Lungenschnecken sind, atmet die Kleine Walddeckelschnecke durch Kiemen. Dies macht sie in hohem Maße von einer hohen Umgebungs-Luftfeuchtigkeit abhängig.
  • Gehäuse: Sie besitzt einen charakteristischen Gehäusedeckel (Operculum), der sie bei Trockenheit vor dem Austrocknen schützt.
  • Ernährung: Die Schnecke nutzt ihre Raspelzunge (Radula), um sich primär von faulenden Pflanzenteilen, Algenrasen, Pilzmyzelien, Bakterienfilmen sowie feinem Detritus zu ernähren, die auf Steinen oder Holz wachsen.

Verbreitung und Lebensraum

Die Art bevorzugt kalkreiche Gebiete. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Mitteleuropas.

  • Österreich: Hier findet man sie vor allem in den Kalkgebieten zwischen den Berchtesgadener Alpen und dem Ennstal.
  • Schweiz und Nachbarregionen: Auch wenn der Schwerpunkt der Vorkommen in den Kalkalpen liegt, ist die Art in geeigneten, feucht-kühlen Habitaten des gesamten Alpenraums anzutreffen. Aufgrund ihrer speziellen Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit ist sie in der Schweiz an mikroklimatisch stabile Standorte in Wäldern und an felsigen Standorten gebunden.
  • Gefährdung: In Deutschland gilt sie als extrem selten; in Baden-Württemberg ist ihr Status aufgrund der schwierigen Datenlage oft als „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“ eingestuft.

Ökologische Bedeutung

Als spezialisierter „Aufräumer“ in Waldökosystemen trägt sie zur Zersetzung organischer Substanzen bei. Da sie sehr empfindlich auf klimatische Veränderungen und die Austrocknung ihres Habitats reagiert, gilt sie als Indikatorart für intakte, feucht-schattige Lebensräume.


  1. Weichtier des Jahres 2026: Kleine Walddeckelschnecke (Lebensart)
  2. Artportrait Cochlostoma septemspirale (Naturland NÖ)
  3. Artensteckbrief MollBase – Cochlostoma septemspirale

Vielleicht auch interessant


Alpen Haarschnecke

Aufgeblasene Flussmuschel

Bauchige Zwerghornschnecke

Chinesische Teichmuschel

Gemeine Kristallschnecke

Gemeine Wegschnecke

Genabelte Maskenschnecke

Genetzte Ackerschnecke

Gerippte Grasschnecke

Gewimperte Laubschnecke

Glatte Nadelschnecke 2

Hammerschnegel

Kleine Daudebardie

Kleine Turmschnecke

Kleine Zylinderwindelschnecke

Mittlere Schliessmundschnecke

Mortillets Glanzschnecke

Pilzschnegel

Redis Schnegel

Scharfgerippte Schliessmundschnecke

Strobels Schliessmundschnecke

Südtessiner Haferkornschnecke

Weissmündige Tellerschnecke

Weitmündige Schlammschnecke

Wurmschnecke
War das hilfreich?
Schnecken Schweiz
Kleine Walddeckelschnecke
Merkmale
Gehäuse deutlich gerippt und gefleckt. Die Flecken sind in Reihen ums Gehäuse angeordnet. Gehäusemündung zusammenhängend und meist kreisrund. Mündungsrand breit und umgeschlagen
Fundorte
Vor allem im Jura, Westschweiz, Voralpen und im Südtesssin
Lat. Bezeichnung
Cochlostoma septemspirale
Kleine Walddeckelschnecke
KImehr über Kleine Walddeckelschnecke
Quelle: info fauna CSCF