Die Korallenmöwe (Ichthyaetus audouinii): Ein seltener Gast in unseren Breiten

Die Korallenmöwe ist eine faszinierende und seltene Möwenart, die vor allem im Mittelmeerraum beheimatet ist. Obwohl sie in der Schweiz und in Österreich nicht heimisch ist, zieht sie als seltener Irrgast immer wieder das Interesse von Ornithologen und Naturbeobachtern auf sich.

Steckbrief und Merkmale

  • Wissenschaftlicher Name: Ichthyaetus audouinii
  • Aussehen: Die Korallenmöwe zeichnet sich durch ihren markanten, leuchtend roten Schnabel aus, der an ihrer Spitze eine dunkle Binde aufweist. Männchen und Weibchen unterscheiden sich in ihrem Erscheinungsbild kaum voneinander.
  • Pracht- und Schlichtkleid: Ähnlich wie bei anderen Möwenarten wechselt das Gefieder zwischen Pracht- und Schlichtkleid. Die Bestimmung kann je nach Alter und Jahreszeit eine Herausforderung darstellen, da bei Jungvögeln die typische Färbung erst nach und nach ausgeprägt wird.
  • Lebensraum: Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in Südeuropa (insbesondere Spanien, Frankreich, Portugal) und Nordafrika. Wichtige Brutgebiete sind beispielsweise die Baleareninsel Dragonera.

Vorkommen in der Schweiz und Umgebung

Die Korallenmöwe gilt im mitteleuropäischen Raum als ausgesprochene Seltenheit. Ornithologische Beobachtungen sind absolute Highlights:

  • Schweiz: Gelegentlich finden sich Berichte über Sichtungen, etwa am Klingnauer Stausee oder im Rahmen von spezialisierten Vogelbeobachtungs-Blogs (z.B. goodbirding.ch). Diese Meldungen belegen, dass sich die Art gelegentlich weit nördlich ihres eigentlichen Verbreitungsgebiets verirrt.
  • Österreich: Auch hier gibt es vereinzelte Nachweise. So wurde beispielsweise im Mai 2025 in Niederösterreich eine Korallenmöwe gesichtet, was in der lokalen Beobachterszene für große Aufmerksamkeit sorgte.

Schutzstatus und Besonderheiten

Die Korallenmöwe gilt weltweit als gefährdet. Da sie in sensiblen maritimen Lebensräumen brütet, ist sie auf intakte Ökosysteme angewiesen. In ihrem Verbreitungsgebiet, wie auf der unter Naturschutz stehenden Insel Dragonera, stellt sie ein wichtiges Ziel für Schutzmaßnahmen dar. Begegnungen mit dem Menschen verlaufen nicht immer unproblematisch; Berichte zeigen etwa, dass die Vögel bei der Nahrungssuche (z. B. durch Fischerei-Ausrüstung) zu Schaden kommen können, sich bei entsprechenden Vorfällen aber häufig auch wieder erholen.


  1. Korallenmöwe - Naturzentrum Klingnauer Stausee
  2. Korallenmöwe - Steckbrief und Fotografie (brodowski-fotografie.de)
  3. Vogel des Tages: Korallenmöwe (goodbirding.ch)

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Die Korallenmöwe kommt nur im Mittelmeerraum vor und brütet einzeln oder in Kolonien meist auf kleinen Felsinseln. Sie ist stark küsten- bzw. meergebunden. Wegen der sehr lokalen Verbreitung ist sie trotz aktuell steigenden Beständen eine der am stärksten gefährdeten Möwenarten, da sie sehr von Schutzmassnahmen abhängig ist. Die auffälligsten Kennzeichen des Altvogels sind der dunkelrote Schnabel mit schwarzer Spitze und die dunkle Iris. Im Vergleich zur Mittelmeermöwe ist die Korallenmöwe schlanker und heller.
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