Kraftwerk Stroppel
Kraftwerk Stroppel – Historisches Kleinwasserkraftwerk an der Limmatmündung
Lage und Geschichte
Das Kraftwerk Stroppel liegt in Untersiggenthal (Kanton Aargau) an der Mündung der Limmat in die Aare – direkt an der Grenze zur Schweizer Textilhochburg des 19. Jahrhunderts. Der Zürcher Nähfadenpionier Emil Escher-Hotz liess 1868/69 auf dem Stroppelareal eine Baumwollfärberei-Zwirnerei errichten. Zwischen 1907 und 1908 übernahm die schottische Firma Coats die Anlage und gründete die Zwirnerei Stroppel AG. Nach einem Brand wurde das heutige Kraftwerksgebäude als einfacher Backsteinbau neu erstellt; das Generatorenhaus stammt von 1908, das dreikammrige Turbinenhaus von 1932.
Technische Daten
- Zwei Francisturbinen mit Winkelgetriebe und Vorlegerwelle
- Installierte Maximalleistung: 900 kW
- Mittlere Jahresproduktion: ca. 3,8 Millionen kWh (Stand der verfügbaren Angaben)
- Das Kraftwerk ist Teil der historischen Fabrikanlage und wurde 1995 von Eschers Erben an die Coats Stroppel AG verkauft; 1995 stellte die Fabrikation ein und widmet sich seither dem Handel mit Mercerie-Produkten.
Aktuelle Entwicklungen
Im Rahmen eines umsichtigen Ausbaus der Wasserkraft in der Schweiz wird derzeit eine Teilerneuerung des Kleinwasserkraftwerks Stroppel durchgeführt. Dabei entsteht unter anderem eine neue Fischabstiegsrinne in der Limmat, um die ökologische Durchgängigkeit zu verbessern.
Bedeutung für die Schweiz
Als Zeugnis der frühen Elektrifizierung der Schweizer Textilindustrie und als Kleinwasserkraftwerk mit regionaler Bedeutung steht das Kraftwerk Stroppel exemplarisch für den behutsamen Übergang von historischer Industrieanlage zu nachhaltiger, erneuerbarer Energieerzeugung.
Beste 3 Links
- Galerie Architektur: Unbekanntes Stroppel – markuskrebs.ch
- Detailseite – Industriekulturpfad Limmat-Wasserschloss
- Umsichtiger Ausbau der Wasserkraft – 50plus Magazin
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