Die Krebsschere (Stratiotes aloides): Ökologische Bedeutung und Lebensweise

Die Krebsschere, auch als „Wasseraloe“ bekannt, ist eine faszinierende, ausdauernde Schwimmpflanze aus der Familie der Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae). Sie spielt eine entscheidende Rolle für die Artenvielfalt in deutschen Gewässern.

Biologische Merkmale

  • Erscheinungsbild: Die Pflanze bildet auffällige, rosettenartige Blätter aus, die schwertförmig (bis zu 40 cm lang) und gezähnt sind. Ihr deutscher Name leitet sich von den Hochblättern ab, die an die Scheren eines Krebses erinnern.
  • Lebensweise: Sie wächst meist halb untergetaucht und treibt frei im Wasser. In Deutschland ist sie ein wichtiger Bestandteil ökologisch wertvoller Stillgewässer.

Ökologische Relevanz und Gefährdung

Die Krebsschere ist ein Paradebeispiel für die Abhängigkeit verschiedener Arten von einem spezifischen Lebensraum:

  • Schlüsselart: Die seltene Grüne Mosaikjungfer (eine Libellenart) ist zwingend auf die Krebsschere angewiesen, da sie ihre Eier fast ausschließlich in deren Blattrosetten ablegt. Fehlt die Pflanze, droht der Libelle das lokale Aussterben.
  • Weitere Bewohner: Auch Kleinschmetterlinge wie der Krebsscheren-Zünsler (Paraponyx stratiotata) nutzen die Pflanze als Lebensraum, indem sie ihre Raupen unter Wasser in aus Pflanzenteilen gefertigten Köchern an den Blättern halten.
  • Gefährdungsstatus: Durch moderne Methoden der Entkrautung und das maschinelle Räumen von Wiesengräben sind die Bestände der Krebsschere vielerorts stark zurückgegangen. Sie stand daher bereits 1998 als „Blume des Jahres“ im Fokus des Naturschutzes. Aktuelle Projekte, etwa in Niedersachsen (Landkreis Leer/Delmenhorst), rufen dazu auf, Vorkommen der Pflanze zu melden, um Schutzmaßnahmen zu koordinieren.

Verwendung im Gartenteich

  • Pflege: Die Krebsschere eignet sich gut für die Randbereiche von Gartenteichen.
  • Wachstum: Sie breitet sich bei guten Bedingungen schnell aus, sollte jedoch regelmäßig kontrolliert werden, da übermäßige Nährstoffkonzentrationen zu Algenwachstum führen können, das die Pflanze erstickt.
  • Hinweis: Die Pflanze ist im gut sortierten Fachhandel als klassische Schwimmpflanze erhältlich.

Empfohlene Ressourcen

  1. Loki Schmidt Stiftung - Blume des Jahres 1998
  2. Ökologische Station (ÖNSL) - Suche nach der Krebsschere
  3. NABU Niedersachsen - Hilfe für eine seltene Libelle

(Hinweis: Achten Sie bei einer Suche im Internet darauf, den Begriff „Krebsschere“ präzise zu wählen, da dieser auch für ein küchentechnisches Werkzeug zum Knacken von Schalentieren oder als Schmuckdesign verwendet wird.)

Vielleicht auch interessant


Alpen-Tragant

Alpenlinse

Alpenmasslieb

Berg-Distel

Dichtblütiger Blau-Eisenhut

Eselsdistel

Färber-Ginster

Gelbe Taglilie

Gemeines Greiskraut

Gewöhnliches Frühlings-Hungerblümchen

Grosser Ehrenpreis

Habichtskrautartiges Bitterkraut

Kahler Klappertopf

Kleine Traubenhyazinthe

Kleines Tausendgüldenkraut

Nickender Milchstern

Purpur-Leinkraut

Pyramiden-Schwarz-Pappel

Raue Nelke

Schnittlauch

Strahlenlose Kamille

Sumpf-Herzblatt

Wald-Segge

Zwerg-Gänsekresse

Östliche Nieswurz
War das hilfreich?
Blumen
Krebsschere
Gattung
Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae)
Blütezeit
Mai bis August
Vorkommen
bis
kollineKolline Stufe (Hügelstufe: bis ca. 900m)
Stufe
Krebsschere
KImehr über Krebsschere